Von einer, die auszog, einen echten Guru zu finden ... Maria Wirth lebt seit vielen Jahrzehnten in Indien und verbrachte davon viele Jahre bei verschiedenen Gurus. Dieser Artikel ist die Bilanz einer tiefen Sehnsucht, die Ernüchterung fand.
„Und? Was hast du in 20 Jahren spiritueller Suche in Indien gefunden?“ Die Frage kam von einem indischen Freund, den ich nach vielen Jahren kürzlich wieder sah, und sie kam zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Ich war mir nämlich nicht mehr sicher, ob ich in all den Jahren in Indien irgend etwas gefunden hatte und ob es überhaupt etwas zu finden gibt: Ich war desillusioniert von der spirituellen Suche und von Gurus, die mir angeblich dabei helfen, etwas zu finden.
Ich bin zum Schluss gekommen, dass das Leben zum Leben da ist und das „Einem-Ziel-Hinterherrennen“ mich davon abhält. Ich erzählte das meinem Freund und erzählte ihm auch, dass ich grade wieder - zum zweiten Mal - einen Guru verlassen hatte und nun hoffentlich von Gurus geheilt sei.
Eigentlich darf man einen Guru nicht verlassen. Denn, so heißt es in Indien, wenn man einen Guru angenommen hat, muss man bei ihm bleiben. Ich weiß nicht, wer diese Regel in die Welt gesetzt und so bekannt gemacht hat. V