Die wilde Göttin, Portale ins Innere und Schwellen zur Anderswelt – eine mystische Reise in Anatolien
Wir sind in Anatolien, Merve und ich. Auf einer mystischen Reise. Unsere Absicht? Absichtslos uns dem Unbekannten zu öffnen. Wir vertrauen darauf, dass in jedem Menschen ein inneres Wissen liegt, zu dem man – wie es tantrische Schriften sagen – nur erwachen muss. Wir möchten von Kraftorten gefunden werden, die uns helfen, aus unserem persönlichen Wirklichkeitstunnel herauszutreten. Eintauchen ins „Große Mysterium". Merve Bıçer, meine spirituelle Tochter, ist Luftfahrtingenieurin, seit einigen Jahren lernend und lehrend unterwegs auf dem spirituellen Pfad. Ich leite eine Schule für Tantra-Yoga, Kunst und Schamanismus in Ecuador.
Über solche Reisen zu schreiben ist schwer: Innere Welten lassen sich kaum beschreiben. Wir merken, dass wir in einem meditativen oder schamanischem Zustand sind, wenn die alltägliche Welt zu uns spricht und scheinbar triviale Begebenheiten symbolhaft werden. Ein Reisebericht kann den Zauber nicht vermitteln; viele Momente, die im Erleben heilig sind, wirken in der Beschreibung abgehoben. Und doch gibt es Schwellen, Portale, die man durchschreitet. Davon erzähle ich – als Einladung, selbst aufzubrechen.
Das Portal des Nichtstuns
Drei träge Tage am Meer zu Beginn der Reise. Abends sitze ich in einer Hollywoodschaukel bei Rosé und gutem Essen. Merve, ihre Mutter und Schwester haben mich liebevoll empfangen. Der „Affe im Nacken" zürnt: „Du hast keine Disziplin." Laut sage ich: „Wir durchschreiten gerade das Portal des Nichtstuns." Merve und ich lachen. Wir müssen leer sein, um Neues empfangen zu können.