Leben wir in einer Welt, in der alles heilig ist? Oder gibt es im Gegenteil gar keine Heiligkeit? Oder ist das zutiefst Heilige zugleich vollkommen profan und umgekehrt? Spirituelle Lehrer und Autoren antworten.Einst stellte Wu-Di von Liang dem Großmeister Bodhidharma, der den Buddhismus nach Korea brachte, folgende Frage: „Welches ist der höchste Sinn der Heiligen Wahrheit?“ Dieser antwortete: „Offene Weite, nichts von heilig.“ An diesem Ausspruch kommt kein Mensch vorbei, der sich auf einer tieferen Ebene mit Spiritualität und insbesondere Buddhismus beschäftigt. In letzter Zeit kommt aber auch keiner an der offensichtlichen Entwicklung vorbei, dass es zu einer zunehmenden Entsakralisierung von ehemals heiligen Worten und Handlungen kommt. Früher wurden z.B. Mantren nur im Geheimen vom Lehrer entsprechend dem spirituellen Entwicklungsstand seines Schülers weitergegeben. Die gleichen Mantren schmücken heute mittlerweile als Tattoos männliche Hinterteile oder weibliche Brustansätze. Genauso aber rücken derzeit immer wieder Menschen ins Licht der Öffentlichkeit, die sakrale Handlungen mit größter Hingabe ausführen, sich aber gegenüber allem Weltlichem, das nicht ihrem Weltbild entspricht, sehr ablehnend und mitunter sehr diskriminierend äußern. Gleichzeitig weiß aber auch jeder, der eine tiefe spirituelle Erfahrung im Sinne Bodhidharmas gemacht hat, dass letztendlich alles Profane heilig ist und gleichzeitig alles Heilige profan ist. Spirituelle Lehrer aus verschiedenen Traditionen wurden gebeten, für YOGA AKTUELL zu diesem Statement, umgewandelt in den scheinbar flapsig daher gesagten, aber bewusst gewählten Satz: „Alles ist heilig. Nichts ist heilig.“, Stellung zu nehmen. Pyar: Ärztin, spirituelle Lehrerin Michael von Brück: Michael von Brück ist Professor für Religionswissenschaften an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität München. Nach Ausbildungen in Indien und Japan seit 1985 Zen- und Yoga-Lehrer. Gertrud Hirschi: Yogalehrerin. Sie unterrichtet Yogalehrende in den schweaizerischen Yogaverbänden und seit 10 Jahren an der GesundheitsAkademie in Ulm. Sylvia Wetzel: Meditationslehrerin. Safi Nidiaye: Buchautorin 1. Was kommt Ihnen bei dem Statement „Alles ist heilig. Nichts ist […]

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Doris Iding
Doris leitet Seminare, Fort- und Ausbildungen zum Thema Yoga, Meditation und Achtsamkeit. Nach dem Motto „Alles was ist, darf sein. Es gibt kein Richtig und Falsch, sondern immer nur die eigene subjektive Erfahrung des gegenwärtigen Moments“ ist es ihr sowohl in ihren Kursen als auch in ihren Artikeln und Büchern ein großes Anliegen, den Menschen zu vermitteln, dass es in der Praxis um Selbsterkenntnis geht, nicht aber um Selbstoptimierung. Begegnen wir uns also mit viel Selbstmitgefühl, Wohlwollen und Geduld, wird das Leben leichter und die Achtsamkeits- und Meditationspraxis erfüllender. 18 ihrer Bücher wurden in andere Sprachen übersetzt.