Ein Interview mit OM C. Parkin. Der Weisheitslehrer OM C. Parkin über aus dem Fluss geratene Lebensweisen, Entschleunigung, Zerstreuung statt Intensität und das heilsame ‚Loch‘, dem man sich in der Meditation stellen muss.
Michael Gleich: In manchen Restaurants gehört es zum guten Ton, zum drei-gängigen Menü von Stunde zu Stunde die Lautstärke höher zu drehen. Obwohl alle Gäste da sind, um zu schlemmen und miteinander zu reden. Warum so viel Lärm?
OM C. Parkin: In einem Wort: Stimulation. Die Sinne, das Nervensystem und der Geist werden stimuliert. In sehr vielen Menschen ist das Bedürfnis nach Reizen von außen so stark, dass man getrost von einer Sucht sprechen kann. Und ein Merkmal jeder Sucht ist es, dass die Dosis gesteigert werden muss. Die Menschen empfinden solche Stimulation nicht als Lärm, sondern als eine Intensivierung ihres Lebensgefühls. Das, was sie dagegen als Stille bezeichnen, hat für sie den Anschein von etwas Totem.
Haben Menschen also Angst vor der Stille?
Sie haben Angst vor dem Nichts, vor der Leere. Letztlich steckt die Angst vor dem Tod dahinter. Ich kannte einen jungen Mann, der in der Stadt sehr unter dem Lärm und Stress dort gelitten hatte. Er zog aufs Land, um es dort äußerlich und innerlich ruhiger zu h