Wer im Bewusstsein des Beobachters verweilt, den kann nichts so schnell aus der Ruhe bringen.
Ein Leben ohne Stress ist nicht vorstellbar. „Ohne Herausforderungen und Anstrengungen, ohne Neugierde und Aktivität auch keine Plastizität, keine Reifung (des Gehirns, A.T.), keine Belohnung einer erfolgreichen Ein- und Anpassung“ an diese Herausforderungen, behauptet der Mediziner und Gesundheitswissenschaftler Prof. Tobias Esch. Was uns aber oft nicht bewusst ist, ist die Tatsache, dass jede Form von Herausforderung im Grunde Stress verursacht. Wir neigen dazu, anzunehmen, dass uns nur unangenehme Erfahrungen Stress bereiten. Dabei weiß doch jeder von uns, wie viel Stress uns auch die angenehmen Dinge im Leben bescheren können, wie z.B. für Freunde ein schönes Essen zu kochen, in die Ferien zu fahren, ein Familienfest vorzubereiten, einen neuen Kurs zu beginnen usw. Fast alles, was in unserem Leben an Neuem, Ungewohntem, Aufregendem und Erfreulichem geschieht, kurz: alles, was wir als bedeutungsvoll ansehen, erfährt unser System erst mal als Stress. Stressfrei ist nur das Gewohnte. Außer es ist uns so gewohnt und gewöhnlich, dass wir Stress durch Langeweile bekommen ...
Abb. 1
Dazu ist das Modell Abb. 1 äußerst hilfreich. Es stellt das Spannungsfeld zwischen Über- und Unterforderung dar, in dem wir uns in unserem Leben befinden, und den Bereich, d