Heilung – das bedeutet für viele, dem Tod (vorerst) zu entrinnen. Doch liegt das ultimative Heilsein nicht jenseits der Todesschwelle und in der Erkenntnis, dass der Tod nicht das Ende ist?
Ein Beitrag über den Tod in einem Heft zum Thema Heilung? Das mag kontraintuitiv erscheinen. Ist der Tod denn nicht anerkanntermaßen das summum malum, das Schlimmste überhaupt? Ist er nicht, was alle Wesen unter allen Umständen zu vermeiden und, im Falle des Menschen, auch unter Aufbietung aller medizinisch-technischen Möglichkeiten bis zum Äußersten hinauszuzögern suchen? Ist er – welche Ironie des Seins! – nicht jener große Unbekannte, den wir am meisten fürchten, und doch das Einzige im Leben, was wir mit absoluter Sicherheit erfahren werden? Der Tod nämlich ist garantierter noch als das Geschenk der nächsten Einatmung! Patanjali, der große Yogi, lässt uns im Yogasutra wissen, dass sogar die Weisen ihn fürchten, diesen Tod, den man in Indien auch Yama nennt, was „Einhegen“ bedeutet. Der Tod setzt uns Grenzen.
„Werdet Vorübergehende“
Wer einmal die Gelegenheit hat, die letzten Stunden mit einem Sterbenden verbringen zu dürfen, kann konkret erleben, wie sich das körperlich vollzieht: als ein Ringen mit dem Atem. Die Atemzüge werden lang, sehr tief und oft auch laut. Der Atem verliert Gleichmaß, Sanftheit, Ruhe. Schließlich eine letzte
Ausatmung. So hegt Yama d