Ein Gefühl tiefer Ruhe: Demut rückt das große Ganze in den Blick, in das wir eingebunden sind – und weckt in uns die Freude, diesem erstaunlichen Gefüge in Dankbarkeit zu dienen, so wie es unserem einzigartigen Wesen entspricht.
Vielleicht fragst du dich gerade, was genau denn eigentlich „Demut“ bedeutet. Was verbindest du mit den folgenden Worten? „Voller Demut schaute sie auf das, was vor ihr stand …“ Welche Bilder tauchen auf, welche Gefühle ruft es in dir wach? Demut – ein Wort, das in seiner Bedeutung als so widersprüchlich empfunden wird wie kaum ein anderes. Für viele Menschen ist es negativ besetzt, so dass sie es gleich ganz aus ihrem Wortschatz verbannt haben. Warum ist das so? Demut wird häufig mit dem Wort „demütigend“ in Verbindung gebracht. Doch in ihrem Wortursprung haben sie nur wenig miteinander zu tun.
Demut kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutet „Mut“ und „Sinn“. Gemeint war die Gesinnung eines Dienenden.1 „Demütigung“ bedeutet etwas ganz anderes. Hier ist eine beschämende, erniedrigende Erfahrung gemeint, teils einhergehend mit verbaler oder körperlicher Gewalt.
Im Christentum ging es darum, sich vor der Allmacht Gottes zu verneigen. Der Kirchenvater Augustinus erklärte die Demut zur Mutter aller Tugenden.2 Da taucht sogleich das Bild auf, wie Mönche u