Teil 2: Hier erfährst du nach dem ersten Beitrag zu Lachyoga aus der vergangenen Woche, wie du lachen kannst, auch wenn dir vielleicht gerade nicht danach zumute ist.

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Lachen aktiviert alle Regionen des Gehirns und löst ein wahres Feuerwerk an elektrischen Impulsen aus. Lachyoga – oder Hasya-Yoga – wurde vom indischen Arzt Dr. Madan Kataria entwickelt, der es vom Hatha-Yoga ableitete, da er von der umfassenden, heilsamen Wirkung des Yoga überzeugt war. Jede einzelne Lachyoga-Übung hat somit einen tieferen Sinn und eine heilsame medizinische Wirkung. Auch wenn Lachyoga spontan und unstrukturiert aussieht, so wurden ganz bewusst drei verschiedene Formen von Lachtechniken entwickelt:

Wertbasierte Lachtechniken: Bestimmte Gesten, die während des Lachens ausgeführt werden, haben eine positive Wirkung auf das Gehirn. Sie sprechen Werte wie Respekt, Achtung und Selbstvertrauen an und wirken so auch auf das Unterbewusstsein.

Yoga-Lachtechniken: Asanas dienten hierfür als Vorbild. Sie wirken sich ebenfalls auf Körper und Geist aus und wurden so weiterentwickelt, dass sie mühelos beim Lachyoga praktiziert werden können.

Spielerische Lachtechniken: Sie stellen eine besonders große Unterstützung dar, wenn es darum geht, das Kind in uns wiederzuentdecken und spielerisch an die Übungen heranzugehen. Sie unterstützen uns dabei, Hemmungen und Scheu abzubauen.

3 Tipps für die Lachyoga-Übungen

Damit du dich beim Lachyoga frei entfalten kannst, achte auf folgende Punkte:

  1. Halte so lange wie möglich Augenkontakt zu den Menschen, mit denen du lachst. Wenn du die Übungen alleine durchführst, such dir einen Spiegel. Lachen steckt an!
  2. Leite die Übungen mit vorgetäuschtem Lachen ein. Tu also so, als ob du herzlich lachen würdest, bis es dann wirklich so ist. Probier es einfach aus! Gib dir die Erlaubnis – so wie früher als Kind –, einfach drauf los zu lachen, der Rest kommt von alleine.
  3. Mach alle Übungen ohne allzu große Kraftanstrengung und fühle dich frei wie ein Kind.

Lachyoga-Übungen zum Ausprobieren

Die “Ho Ho Ha Ha Ha”-Übung
Ohne diese Übung ist das Lachyoga undenkbar. Sie erhöht sofort unser Energieniveau, bringt umgehend Entspannung und lädt zur Fröhlichkeit ein. Diese Übung kannst du allein, mit Partner oder in der Gruppe durchführen. Alleine wirst du allerdings bestimmt nicht so viel Freude haben wie mit anderen zusammen. Deshalb trau dich ruhig, sie in der Gruppe auszuprobieren.

Sag ein paarmal laut: „Ho Ho Ha Ha Ha”. Du wirst spüren, wie sich die Bauchmuskulatur anspannt und sich das Zwerchfell bewegt. Wiederhol die Silben immer wieder und fasse dir an den Kehlkopf, wo du eine Schwingung spüren wirst.

Um die Wirkung dieser Übung zu verstärken, klatsch in die Hände während du „Ho Ho Ha Ha Ha“ sagst. Spreiz die Finger beim Klatschen und halte sie unter Spannung, so dass die so genannten Berge aufeinanderstoßen und die ganze Handinnenfläche stimuliert wird. Du kannst ruhig etwas fester klatschen, bis sich die Hände ein wenig röten. Diese Übung sollte fünf- bis siebenmal wiederholt werden und nach jeder Lachübung angewandt werden.

Das Begrüßungslachen
Diese Übung wird in der Gruppe durchgeführt. Stell dich mit deiner Gruppe im Kreis auf und such dir einen Teilnehmer aus der Gruppe heraus. Gib ihm die Hand, schau ihm so lange wie möglich tief in die Augen und lache ihn herzlich an. Schüttelt gleichzeitig die Hände. Das Schütteln – sowie das Lachen – kann durchaus dynamisch gemacht werden. Nach ca. 30-40 Sekunden wird der Partner gewechselt. Diese Übung trägt zu einer sehr positiven Stimmung gleich am Anfang der Gruppenübung bei.

Der lachende Bär
Stell dich an einen Türstock und rubble deinen Rücken daran, geh dabei in die Knie, rauf und runter. Die Auf-, Abwärts- und Rubbelbewegungen werden durch ein kräftiges, tiefes und kreatives Lachen unterstützt. Wiederhole die Übung dreimal für jeweils 30-60 Sekunden. Diese Übung heitert auf und bringt dich in Schwung, da der ganze Körper integriert ist.

Der lachende Löwe
Abgeleitet von der Yogaposition Simha Mudra (Löwenhaltung), streckst du bei weit geöffnetem Mund die Zunge heraus, reißt die Augen auf, spreizt die Hände wie die Tatzen eines Löwen neben dem Gesicht, fauchst wie ein Löwe und lachst dann „Hähähä“ tief aus dem Bauch heraus. Die Übung sollte ca. 30-40 Sekunden dauern.

(Als Inspiration für diese Übungen diente das Buch „Das kleine Lachyoga-Buch“ von Christoph Emmelmann.)

Es braucht ein bisschen Mut, mal so richtig kindisch zu werden und einfach drauf los zu lachen. Aber wenn du über deinen Schatten springst und die Übungen mit anderen zusammen machst, wirst du schnell merken, wie wenig es braucht, um mal wieder so richtig laut zu lachen!

 

Buch- und DVD-Tipps zum Thema Lachyoga:

  • Christoph Emmelmann: Das kleine Lachyoga-Buch, dtv 2007.
  • Cornelia Leisch: Lachyoga mit Kindern, Don Bosco Medien 2016.
  • Gabriela Leppelt-Remmel: Lachyoga befreit für das Jetzt, Verlag Via Nova 2012.

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