Atmen als Weg – vom natürlichen Atmen zum Pranayama.
Erst wenn wir vertraut damit sind, was natürliche Atmung bedeutet, was sie ist und wie sie sich anfühlt – wenn sie zu unserer Regelatmung im Alltag geworden ist –, können wir gut damit beginnen, in den Atemprozess einzugreifen (so wir das dann noch wollen).
Wenn du diese Artikelserie zur Atemarbeit über die letzten Hefte hinweg verfolgt und in die Praxis umgesetzt hast, dann hast du bereits verschiedenste Facetten deiner Atmung erlebt:
- Die natürliche Zwerchfellatmung ist nicht nur die Basis jeder Atempraxis, sondern eines gesunden Atemprozesses überhaupt. Sie ist das Fundament. Ohne diesen wichtigen Anker ergibt es, so meine ich, nicht viel Sinn, willentliche Veränderungen an unserer Atmung vorzunehmen.
- Die bewusste Erkundung und Weitung der Atemräume lässt uns die Bewegung des Atems erfahren, sowie den Raum, den er einnehmen kann. Die gezielte Weitung zeigt uns zudem, wie der Atem unserer Aufmerksamkeit folgt: Prana folgt Chitta, sagen die Yogis. Wohin das Gewahrsein fließt, dorthin folgt ihm die Atmung. Der Geist ist, wie die tibetischen Yogis uns lehren, der Reiter auf dem Pferd des Atems, und beide sind innigst verwoben.
- Das Gleichmaß der Atmung (Samavrtti) sowie dessen gezielte Verlängerung und Verlangsamung (Viloma, Dirgha) finden wir auch in modernen Atempraktiken (Slow Breathing und Paced Breathing), die zu trainieren ein S