Schon in den Veden kannte man die pfortenöffnende Wirkung bestimmter Pflanzen. So wie von den vedischen Sehern der Soma-Trank als Mittler zwischen den Sphären genutzt und verehrt wurde, dient auch Ayahuasca als heilige Medizin und als Schlüssel.
Feierlich gekleidet trifft sich eine kleine verschworene Gemeinschaft von Pilgern und spirituellen Suchern, die sich an den Lianen der Ayahuasca in ihre seelischen Tiefen abseilen und zu ihren geistigen Höhen emporschwingen wollen. Freudvoll, aber auch mit einer gewissen Ehrfurcht, nimmt ein jeder seinen Kelch mit dem Sakrament unter Gebeten und Segnungen entgegen. Hat das bittere Getränk erst einmal seinen Weg die Kehle hinab gefunden, warten alle in Stille auf die ersten Regungen der „Medizin“, wie sie auch einfach genannt wird. Offenbart sie dann allmählich ihr Licht, beginnt ein seltsamer Reigen: Tiefe Stille wechselt mit innigen Gesängen, Tanz oder den Klängen von verschiedenen Instrumenten. Mal weint jemand, oder das laute Würgen und Erbrechen eines anderen erfüllt den Raum. Nur geredet wird kaum.
Niemand braucht hier groß Erklärungen – hier geht es ums Erfahren, Fühlen und Erspüren. Manchmal brechen uralte Schmerzen auf, und tiefste Ängste dürfen sich zeigen. Dann tragen andere, die schon etwas erfahrener sind, denjenigen ein Stück des Weges. Nicht selten geschieht es, dass einer glaubt, e