Über Machtmissbrauch im Yoga und über die Unfähigkeit, Teilnehmende kompetent und unterstützend zu begleiten.
Leider gibt es sie, die Yogalehrenden, die blinde Gefolgschaft einfordern und ihre Macht missbrauchen. Damit meine ich nicht nur die krassen Abgründe menschlichen Versagens – wie übergriffiges Verhalten, Beleidigungen oder auch monetäre oder jedwede andere Form der Ausbeutung. Ich spreche hier von den weniger offensichtlichen Dingen, beispielsweise wenn Sätze fallen wie: „Wenn du ein Yogi bist, dann …“ Es geht um Lehrer, die jedes Hinterfragtwerden als Angriff auf ihre Autorität verstehen und die eigene Unfähigkeit, Kritik zuzulassen, mit philosophischen Plattitüden rechtfertigen. Sie akzeptieren nicht, dass auch ihre eigene Wahrnehmung und ihr Verständnis begrenzt sind und dass nicht alle ihre Vorschläge für jeden Yogi dienlich sind. Im Zweifel setzen diese Lehrkräfte ihre Meinung sogar durch respektlose „Hilfestellungen“ oder „Ratschläge“ durch.
Auf der anderen Seite des Spektrums gibt es Lehrende, denen es derart widerstrebt, Autorität einzunehmen, dass sie nicht in der Lage sind, einen sicheren Raum bereitzustellen oder angemessene Herausforderungen zu schaffen, die den Teilnehmenden Wachstum und Veränderung ermöglichen – Lehrkräfte, die es versäumen, Yogis klar auf ihrem Weg zu begleiten.
Welche Qualitäten also braucht eine gute Lehrkraft? Welche Tugenden sind beim Unterrichten nützlich?
Zur Verdeutlichung ist der Vergleich mit einem Bergführer hilfreich. Wenn m