Mehr Yoga üben, öfter meditieren, gesündere Gewohnheiten pflegen – das nehmen sich viele fest vor. Doch auch bei unserem Streben nach positiven Veränderungen sollten wir uns nicht zu sehr unter Druck setzen. Wie wir uns realistische Ziele stecken und uns wirklich etwas Gutes tun
Vor einem Jahr traf ich während einer Ayurveda-Kur auf Sri Lanka Christa. Christa ist eine sehr erfolgreiche Frau, die dort ihre erste Pancha-Karma-Kur machte. Sie war begeistert und sehr ambitioniert, all die kostbaren und wertvollen Empfehlungen des Ayurveda-Arztes zu Hause umzusetzen. Die Liste der Empfehlungen war sehr lang, und Christas tägliche To-do-Liste – sowohl geschäftlich als auch privat – war es ebenfalls. Wir blieben auch nach der Kur in Kontakt. Ich konnte mitverfolgen, wie Christa sechs Wochen lang alle Regeln des Ayurveda-Arztes einhielt, die ihr auf Sri Lanka so gutgetan hatten. Dann aber kam es – wie so oft in unserem Leben – zu unvorhersehbarem Stress, der die ganze Aufmerksamkeit von Christa erforderte. Plötzlich hatte sie keine Zeit mehr, die ayurvedischen Richtlinien weiterzuverfolgen. Sie war frustriert. Jetzt konnte sie nicht nur das, was ihr guttat, nicht in ihren Alltag integrieren, sondern jetzt fühlte sie sich auch noch als Versagerin. Hätte sie die kostbaren Empfehlungen des Arztes mit etwas mehr Distanz betrachtet, dann hätte sie selbst erkennen können, dass so viele Veränderungen auf einmal einfach nicht machbar sind.