Ein Ashram-Aufenthalt in Indien kann die Perspektive grundlegend verändern – so geschehen bei Nina Schweser, die hier von ihren Erlebnissen erzählt.
Als ich mich auf die Reise nach Indien begebe, spüre ich, dass ich dieses Land entweder hassen oder lieben werde. Denn es ist ein Ort der Extreme, so magisch, bunt und lebendig wie auch arm, traurig und trist. Um Indien zu verstehen, muss man hinter seine Fassade blicken, bis tief ins Innere des Landes eindringen, um den verborgenen Reichtum zu entdecken, dessen Wert unbezahlbar ist. Es ist die äußere Reise, die zu einem Ort im Inneren führt, der auf keiner Karte dieser Welt zu finden ist und dennoch das gesamte Universum umfasst. Viele Suchende, so genannte Seeker, kommen nach Indien, um den Weg zu finden, Antworten, eine Wahrheit fernab von Konventionen und sozialen Programmierungen. Ich bin eine von ihnen, und das Leben hat mich aus meinem gewohnten Umfeld, der bekannten Komfortzone, ins Nirgendwo – in einen Ashram in Indien – geführt. Das Einzige, was ich zu diesem Zeitpunkt weiß, ist, dass ich nichts weiß und alles, was ich je zu wissen dachte, nicht existiert. Ich spreche hier von dem Mechanismus des Verstandes, der eine Realität erschafft, die aus Fiktionen und I