Partneryoga auf dem Boden und in der Luft. Nicht einmal fliegen ist schöner als dieser neue Yogastil
Ein Stilmix ist mitunter gewagt, aber auch immer etwas besonders Reizvolles. Das ist nicht nur in der Modewelt so. Sich für Einflüsse aus anderen Bereichen zu öffnen kann aufregend sein; das gilt auch, wenn es um Yoga geht. Im Yoga per se etwas Neues zu erfinden wird natürlich immer schwieriger und muss ja auch nicht forciert werden, aber wenn aus der Verbindung mit anderen Domänen spielerisch und schöpferisch etwas noch Ungekanntes entsteht, warum nicht?! Die Neuheit auf der diesjährigen Yoga Conference Germany in Köln war Acro Yoga, eine wirklich originelle Yoga-Variation. Beim Acro Yoga spielen gleich drei Komponenten mit hinein – Yoga Asanas und wie im Namen angedeutet ein akrobatischer Ansatz, als dritte Komponente im Bunde aber auch noch Elemente aus der Thai Massage.

Entwickelt wurde diese Mischung von den Amerikanern Jason Nemer und Jenny Sauer-Klein, die beide sowohl einen Background als Akrobatik-Artisten als auch einen langjährigen Yoga-Hintergrund haben. Die Vorführungen der beiden sind recht spektakulär – und doch ist Acro Yoga nicht nur zur Performance für einige wenige Könner gedacht. Stattdessen soll Acro Yoga ein Angebot für jeden sein und auch als solches fand er beispielsweise auf der Conference große Resonanz. Die Workshops der beiden Acro Yoga-Begründer, die eine Schule in San Francisco leiten und darüber hinaus international zum Unterrichten eingeladen werden, waren von Heiterkeit und Begeisterung geprägt. Unter anderem vielleicht, weil man zunächst einmal denken mag „Das ist ja sowieso viel zu schwierig für mich“ und sich ohne ehrgeizige Erwartungshaltung an die Sache macht – um dann überrascht zu sein, wie leicht es einem doch fällt. Aber auch der Bezug zu einem Partner, mit dem man zusammen übt, und das sich gegenseitige Tragen könnten ein Grund für die gute Atmosphäre und die Freude am Üben sein. Auch wenn die Übungen, bei denen sich teilweise einer der Partner in luftigen Höhen befindet und während der Ausführung von Asanas z.B. nur von den Füßen des anderen gehalten wird, manchmal ganz schön anspruchsvoll erscheinen, so lernt man bei Acro Yoga-Workshops schnell, dem Partner zu vertrauen und sich darauf einzulassen. Und irgendwie funktioniert es einfach: auch wer nicht gedacht hätte, dass ein Akrobat in ihm steckt, macht erstaunlich rasche Fortschritte. Ein Massage-Effekt ergibt sich bei vielen Übungen quasi von allein und die Thai Massage-Technik mit ihren Dehnungen und Streckungen, die den Muskelapparat entspannen, und ihrer Einwirkung auf Energielinien kann harmonisch in das Üben integriert werden.

Gleichzeitig mit der Verbindung zum eigenen Selbst kann man beim Acro Yoga auch die Verbindung zu einem anderen Menschen erfahren – indem man ihn unterstützt und sich auf ihn verlässt und indem man Berührung zulässt und gibt. Eine neue Art des Übens, die bestimmt viele Menschen neugierig macht.

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