Bewusstseinsschulung mit Yoga-Philosophie: keine komplizierte Denkakrobatik, sondern ein transformierender Weg
Wenn ich erzähle, dass ich Yoga-Philosophie unterrichte, blicke ich nicht selten in leicht schmerzverzerrte Gesichter. Für die Körperübungen können sich in letzter Zeit sogar meine Männer-Freunde begeistern. Aber Yoga-Philosophie – diese abstrakte Theorie, die doch sowieso kaum jemand versteht? Hiermit will nun wirklich niemand etwas zu tun haben. Gut, manchmal haben diese Vorurteile für mich auch etwa Positives. In den Yoga-Lehrausbildungen werde ich meist als der große Yoga-Philosoph angekündigt und alle erwarten mich nur noch mit Angst und Schrecken. Wenn dann bald die ersten feststellen: „Der ist ja gar nicht so schlimm“, dann habe ich leichtes Spiel. Und wenn am Ende alle gemerkt haben, „Yoga-Philosophie ist ja vollkommen anders“, dann habe ich gewonnen.
Natürlich lehre ich Yoga-Philosophie auch als Theorie. Natürlich zeige ich mit Yoga-Philosophie auch den philosophischen Hintergrund der Körperpraxis. Aber so wichtig diese Theorien auch sind, sie bilden doch nur die Schale. Yoga-Philosophie im ursprünglichen Sinn gibt sich mit der Schale jedoch nicht zufrieden. Sie will auch die Frucht. Die alten Texte zu studieren und sich in ihren Inhalt zu vertiefen, führt dazu, die Schale der Yoga-Philosophie kennenzulernen. Die Texte der Yoga-Philosophie aber dazu zu nützen, über uns selbst etwa zu erfahren, eröffnet die wunderbare Möglichkeit, auch die Frucht der Yoga-Philosophie zu schmecken.