Die fünf Koshas in der Bhrgu-Valli – und wie du sie in der Yogapraxis erfahren und nähren kannst.
„Verehrter Herr, lehre mich Brahman.“ – Mit dieser Bitte wendet sich der wissbegierige Bhrgu in einer der ältesten Schriften des Vedanta, der Taittiriya-Upanishad, an seinen Vater Varuna, der auch sein Lehrer ist. Der antwortet nicht mit einer fertigen Definition, sondern mit einer Aufgabe: „Erforsche das, aus dem alle Wesenheiten hervorgehen, durch das alles lebt, und in das alles zurückkehrt – das ist Brahman.“
Bhrgu kontempliert daraufhin intensiv über diese Frage: „Was ist Brahman, wenn daraus alles hervorgeht, alles dadurch lebt, und alles dahin zurückkehrt?“ Und er erfährt so dieses Absolute nacheinander auf allen Ebenen seines eigenen Seins:
„Nahrung ist Brahman, so erkannte er.“
– Annam brahma iti vyajanat
„Prana ist Brahman, so erkannte er.“
– Pranah brahma iti vyajanat
„Geist ist Brahman, so erkannte er.“
– Manah brahma iti vyajanat
„Erkenntnis ist Brahman, so erkannte er.“
– Vijnanam brahma iti vyajanat
„Glückseligkeit ist Brahman, so erkannte er.“
– Anandah brahma iti vyajanat
Dieser Teil der Taittiriya-Upanishad, die Bhrgu-Valli, enthält damit die erste bekannte Überlieferung des Konzepts der „fünf Hüllen“ (Pancha-Kosha), die das Geflecht unserer Existenz bilden – vom Grobstofflichen bis zur subtilsten Erfahrung.
Annamaya-Kosha: die „aus Nahrung gemachte“ körperliche Hülle, ist der physische Leib mit all seinen Strukturen und Funktionen.
Pranamaya-Kosha: die energetische Hülle, die alle körperlichen und geistigen F