Auch die christliche Tradition kennt die Meditation. Im Gebet und in der Kontemplation können wir zu einer heilsamen Stille und zur tiefen Verbundenheit mit dem Göttlichen finden.
Wir wissen viel über Yoga, aber kaum etwas über die Spiritualität unserer eigenen Kultur. Die deutschen Mystiker scheinen weiter entfernt als die Yogis, deren Lehren wir uns hingeben. Dabei ist die christliche Mystik reich an Spiritualität und voller Poesie. Die heilige Schrift und viele andere Texte christlicher Mystiker sind voller Gleichnisse und Geschichten, die sich lesen wie Märchen und das Herz direkt berühren.
Kein Tag ohne Gebet
„Wenn du in die Kirche gehst, was machst du da eigentlich?“, fragte jemand einen Christen. „Ich schaue Gott an. Er schaut mich an.“ Das Gebet ist im Christentum eine Form der Meditation und Kontemplation. Es ist immer etwas Schauendes, Weiterführendes, zu etwas anderem Hinwachsendes. Christus hat in seinem Leben viel gebetet, meditiert und kontempliert. Das Gebet hatte für ihn eine Ausrichtung, er nannte sie seinen Vater. „Ein Gebet ist ein sich Ausstrecken nach etwas; ein sich Äußern auf die Sehnsucht hin“, sagt Bruder Jakobus. Als geistlicher Leiter des Gästehauses im Benediktinerkloster Huysburg gibt er sich mehrmals täglich dem Gebet hin. Das Gebet ist mal persönlich, mal gemeinschaftlich, mal ein L