Existenzielles Staunen über das Leben – von der Kostbarkeit des Entzückens.
Vielleicht ist es der Tautropfen auf einem Grashalm, eine Wolkenformation am Himmel, ein Vogel, der wie aus dem Nichts sein zartes Lied anstimmt. Oder der kaum sichtbare Abdruck eines Lippenstifts auf einer einsamen Kaffeetasse. Etwas berührt uns, lässt uns innehalten, versetzt uns in Erstaunen. Plötzlich ist da eine ganz bestimmte Qualität der Wahrnehmung, wir sind ganz da – lebendig, zeitlos, bewusst.
Es sind Momente des Entzückens, der Verzückung sogar; ja, der Verzauberung. Doch ist damit keine Verzauberung gemeint, der kalkulierte magische Handlungen zugrunde liegen, sondern vielmehr entfaltet sich hier der Zauber des Daseins – der Zauber der Natur, der Zauber des Augenblicks oder einer bestimmten Situation.
Aufnahmefähig für die Wunder der Welt sein
Wir betrachten die Welt die meiste Zeit sehr nüchtern – zwischen To-do-Listen, vollen Terminkalendern und den Herausforderungen des Alltags verlieren die meisten von uns das Empfinden von Entzücken und Verzauberung weitestgehend aus ihrem Leben. Während wir eine gewisse Nüchternheit im Sinne eines sachlichen Blicks auf die Ereignisse in der Welt und im Sinne einer bodenständigen Herangehensweise auch durchaus brauchen, ist es zugleich von großer Bedeutung, nicht denjenigen Teil unserer Existenz zu vernachlässigen, der uns beflügelt und unsere Seele nährt. Dazu gehören zum Beispiel Träume, d