Die Adventszeit erleben die meisten Menschen heutzutage als besonders geschäftige und konsumgeprägte Zeit – dabei könnte sie als wertvolle Phase der Stille, Genügsamkeit und Innenkehr dienen.
Die fünf Farben machen unsere Augen blind.
Die fünf Töne machen unsere Ohren taub. Die fünf Geschmäcker machen unsere Zunge schal. Vergnügen machen unser Herz wirr. Daher lässt sich der Weise von seinem Herzen führen und nicht von seinem Auge.
Laozi
Man kann es heutzutage kaum glauben, aber bis vor hundert Jahren war der Advent eine Zeit der Reduktion und des Fastens. Adventus Domini war die Zeit im Jahr, um sich auf die „Ankunft des Herrn“ vorzubereiten. Im übertragenen Sinn bedeutet dies, sich für das (innere) Göttliche zu läutern. Das Adjektiv „lauter“ heißt „rein“, „ungetrübt“, „aufrichtig“ und beinhaltet jene Qualitäten, die wir auch im Yoga in dem Begriff Satya (Wahrhaftigkeit) wiederfinden; also jenen Yama (Disziplin), der uns immer wieder auf das eigentliche Ziel des Yoga hinweist. Um sich dieser erhabenen Wahrheit, die in jedem von uns jenseits von Vorlieben, Konfession und Glaubenssätzen schlummert, bewusst zu werden, sind die sattvischen Eigenschaften von Bewusstheit, Verzicht und Loslassen essenziell. Dieses wachsame Innehalten und Nach-innen-Lauschen wird durch den Rückzug der Natur, die Stille dieser Jahreszeit, die langen, finsteren Nächte und die kurzen, kalten T