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Die Engelstrompete

Über die Täuschung, die vergisst, dass sie eine ist – und den Klang, der sie erlöst, und welche Stimme dabei Donald Trump spielt

Und als das Lamm das siebente Siegel auftat, ward eine Stille im Himmel, etwa eine halbe Stunde lang. Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott standen; und ihnen wurden sieben Posaunen gegeben. Und die sieben Engel mit den sieben Posaunen rüsteten sich zu blasen." – Offenbarung 8,1–2 und 6

Was dann folgt, weiß jeder, der die Apokalypse des Johannes kennt: Stoß um Stoß bringen die Posaunen eine alte Welt zum Einsturz.

Es gibt eine Pflanze, die denselben Namen trägt wie das Instrument der Engel: Die Engelstrompete, die Brugmansia (früher: Datura arborea), die in der Ethnobotanik als das stärkste bekannte Halluzinogen gilt1. Ihre psychoaktive, halluzinogene Wirkung auf den Menschen ist so stark, dass der Halluzinierende nicht mehr weiß, dass er halluziniert. Damit besitzt diese Pflanze ein vollkommenes Gleichnis für das, was der indische Vedanta Maya nennt – die kosmische Täuschung. Und vielleicht ist es zugleich das Gleichnis für den ganz gewöhnlichen Zustand eines Menschen, der die materielle Welt der Erscheinungen für wirklich hält und nicht weiß, dass er sie als Schöpfungsträumer nur träumt.

Die Pflanze, die das Vergessen verabreicht

Der Vedanta beschreibt Maya durch zwei Kräfte. Die Avarana-Shakti, d

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Mit Rumi zum inneren Frieden

Wie der unvergessene Mystiker den Weg zur Liebe und zum natürlich aus ihr erwachsenden Frieden weist

Vor fast sieben Jahren, noch bevor die Taliban in Afghanistan wieder an die Macht kamen, traf ich bei einer Reise nach Kabul auf Hussain. Hussain war damals Mitte zwanzig – ein schüchterner junger Mann mit gegerbter Haut und Mandelaugen, der vom Dorf in die Hauptstadt gezogen war, um dort als erstes Kind seiner Familie zu studieren. Sein Fach war Philosophie. Hussains große Leidenschaft galt den muslimischen Dichtern und Denkern des Mittelalters, die in Afghanistan in Vergessenheit geraten waren. Bei unserer Begegnung am Rande eines Rumi-Lesekreises in der Stadtbibliothek Kabul berichtete mir Hussain von seiner Bachelor-Arbeit, die den Titel Frieden und friedliche Koexistenz in der Mystik von Dschalaluddin Rumi trug.

„Ich wollte ein Thema finden, das einen Beitrag dazu leisten kann, die Probleme in unserer Gesellschaft zu lösen. Die meisten denken, Frieden entstehe an runden Konferenztischen", erklärte Hussain in Hinblick auf das Schicksal seines kriegsgeschüttelten Landes. „Doch dieser Weg hat keinen Bestand. Selbst wenn sich die Führer einigen, gibt es im Volk weiterhin Tausende, die nach dem Blut des anderen dürsten. Die Menschen haben gegeneinander gekämpft, wurden aufgestachelt."

Selbst wenn äußerer Frieden herrsche, ließen sich Hass und Misstrauen nicht so l

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Somatische Intelligenz und Ernährung

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Zurück in den Körper, zurück zu dir selbst – durch Körperweisheit zu einer Ernährung finden, die dir ­wirklich entspricht

Ernährungsratgeber füllen ganze Bibliotheken und nicht selten auch die Buchregale der Yogalehrer. Trotzdem fühlen sich immer mehr Menschen unwohl, müde und unzufrieden mit dem, was und wie sie essen. Burgi von Mengershausen, Ärztin im Tannerhof in den bayerischen Voralpen, kennt einen wesentlichen Grund dafür: Wir haben verlernt, auf unseren Körper zu hören. Ihr Gegenrezept heißt somatische Intelligenz.

Wann hast du deinen Körper zuletzt gespürt?

Darum möchte ich dich an dieser Stelle gleich einladen, innezuhalten, um folgender Frage nachzugehen: Wann hast du dich das letzte Mal von innen heraus gefühlt, erfahren? Dich nicht geprüft, nicht trainiert, nicht in eine perfekte Haltung geformt und dabei mit dem Verstand bewertet, ob die Hüfte weit genug öffnet oder die Wirbelsäule genügend gestreckt ist. Nein, genau darum geht es nicht. Sondern darum, wann du deinen Körper wirklich gespürt hast – von innen heraus, mit jeder Zelle, in stiller Verbindung mit dir selbst.

Vielleicht kennst du diesen Moment: Du gleitest in eine Yin-Haltung, lässt den Atem weich werden, und plötzlich löst sich etwas – nicht weil du es wolltest, sondern weil der Körper es zugelassen hat. Du warst ganz da. Nicht als B

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Flussaufwärts auf dem Strom der Ahnen

Lara Vucemilovic verbindet moderne wissenschaftliche Erkenntnisse mit alten Weisheitslehren sowie ethnopsychologischen und schamanischen Studien. Im YOGA-AKTUELL-Interview spricht sie über die Loslösung aus transgenerationaler Resonanz

Kriege, Flucht, Gewalt, Verlust oder familiäre Tabus hinterlassen Spuren – nicht nur bei den Menschen, die sie unmittelbar erleben, sondern oft auch bei nachfolgenden Generationen. Die Forschung beschäftigt sich zunehmend mit der Frage, wie belastende Erfahrungen über Familien hinweg weitergegeben werden und welchen Einfluss sie auf unsere Gefühle, Beziehungen und Verhaltensmuster haben können. Die klinische Psychologin und Therapeutin Lara Vucemilovic beschreibt dieses Phänomen als „transgenerationale Resonanz". Im Gespräch mit YOGA AKTUELL erläutert sie, wie sich generationsübergreifende Traumafolgen äußern können, warum sie häufig unbewusst bleiben und welche Rolle Embodiment und therapeutische Begleitung dabei spielen, sich aus alten Mustern zu lösen.

INTERVIEW

YOGA AKTUELL: Deine therapeutische Arbeit ist sehr vielfältig. Wir möchten uns heute besonders über generationsübergreifende Traumata unterhalten. Kannst du zunächst definieren, worum es sich dabei handelt? Wie kommen sie zustande und wie äußern sie sich?

Lara Vucemilovic: Bereits antike Quellen aus Mesopotamien und Griechenland berichten von den Erschütterungen des Krieges, die tiefe Spuren bei den Soldaten hinterließen – und dass diese, von traumatischen Erinnerungen und Albträumen geplagt, leblos umherwanderten. Weltweit, von den süd- und nordamerikanischen First Nations über den Altai-Schamanismus bis z

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Können wir unserem Karma entfliehen?

Wie Yoga uns eine Brücke in eine selbstbestimmtere Zukunft ermöglicht

Stell dir vor, du stehst an einem See. Es ist ein schöner Tag. Die Sonne fällt auf die Oberfläche und glitzert auf den kleinen Wellen. Du siehst die Berge ringsum und die Bäume. Was deinem Blick jedoch verborgen bleibt, ist das, was sich in der Tiefe befindet. Wir lassen uns leicht von dem blenden, was oberflächlich sichtbar ist. An manchen Tagen wirkt alles freundlich und hell, an anderen grau und verregnet. Mal liegt der See ruhig da, mal kräuselt sich das Wasser im Wind. So wie das Leben selbst: wechselhaft – und doch nur an der Oberfläche erkennbar. In der Tiefe des Sees gibt es Schätze – und auch Dunkelheit. Um auf den Grund sehen zu können, brauchst du ein kleines Boot und einen windstillen Moment. Du paddelst langsam hinaus, wartest, bis alles zur Ruhe kommt, und blickst dann hinab. Was zeigt sich dir? Trüber Schlamm? Ein paar Fische, die gemächlich vorbeiziehen? Oder vielleicht ein alter, halb vergrabener Schatz, der im Dunkeln schimmert? Genauso verhält es sich mit unserem Geist. Wenn wir uns in der Meditation hinsetzen und still werden, öffnet sich der Blick nach innen, in die Tiefe. Dann begegnen w

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Die Triade der kosmischen Manifestation

Über die Symbolik von Feuer, Sonne und Mond als Portale im Spiel der Shakti – und welche Rolle die drei Göttinnen Kali, Bhairavi und Tripurasundari in derselben ewigen Triade der Erkenntnis spielen

An einem gewissen Punkt in unserer evolutionären Entwicklung muss es zu einer Verschiebung gekommen sein – weg vom Blick nach außen und auf die Phänomene der Welt, deren Mysterien es zu entschlüsseln galt, hin zum ehrfurchtsvollen Betreten des unermesslichen Universums im Inneren. Dieser nach innen gerichtete Blick suchte die Wunder des Bewusstseins auf allen verschiedenen Ebenen zu erforschen: Sinneswahrnehmungen, Gedanken, Gefühle und das, was darüber hinausgeht. Vielleicht stellt dies die größte Gabe dar, die dem modernen Westen durch das beschert wurde, was häufig als orientalische Weisheit bezeichnet wird – insbesondere durch jene Weisheit, die auf dem indischen Subkontinent florierte. Denn als die westliche Wissenschaft, angetrieben von Objektivitätsstreben, ihre Instrumente immer tiefer in den Kosmos ausstreckte und immer elaboriertere Sondierungen der Quantendomäne ersann, stieß sie auf eine unerwartete Wahrheit: Die Materie selbst zerschmilzt in Muster von Frequenz, Schwingung und Energie. Was fest erscheint, löst sich bei näherer Betrachtung auf. Sogar das, was wir „leeren Raum" nennen – ein einziger Kubikzentimeter von Vakuum – enthält mehr Energie als der für uns w

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Der Alchemist – über die Geduld der Verwandlung

Archetypen, die uns durch das Jahr begleiten

Der Komposthaufen am hinteren Zaun hat im Sommer nichts Schönes an sich. Da ist nur Wärme, Dunkelheit, der Geruch feuchter Erde und langsamer Zersetzung. Und doch entsteht hier im Verborgenen etwas, das später alles andere nährt. Auf meinem Kompost wachsen Brennnesseln. Auch sie hat niemand gepflanzt; sie kamen, wie das Unerwünschte eben kommt und bleibt. Doch an ihren Blättern hängen die Raupen des Tagpfauenauges. Ihr vergorener Sud zieht im Herbst als Jauche durch die Beete und macht den Boden satt. Und wer ihre Blätter entsaftet, nimmt ein Eisen auf, das kaum eine andere Pflanze bietet. Vielleicht ist das die erste Lektion des Gartens: Was uns nährt, kommt selten gefällig daher.

Wir denken bei Alchemie an Gold. An den Narren, der Blei in Edelmetall verwandeln wollte, an verrußte Laboratorien und gescheiterte Goldmacher, an Scharlatane bei fürstlichen Höfen. Doch das Wort selbst erzählt eine andere Geschichte. „Alchemie" leitet sich vom arabischen Begriff al-kīmiyāʾ ab, nach verbreiteter Deutung somit letztlich auch vom altägyptischen kemi, und kemi heißt nicht „Gold". Es heißt „das Schwarze". Ägypten nannte sich selbst das schwarze Land, nach dem dunklen, fruchtbaren Nilschlamm, der nach jeder Überschwemmung zurückblieb – im Gegensatz zum roten Land, der toten Wüste ringsum. Die Kunst d

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Die Geschichte des Yoga Teil 5 – Bhagavadgita

Die Bhagavadgita – der Gesang des Erhabenen Die Bhagavadgita ist eine der tiefgründigsten, umfassendsten, aber auch umstrittensten Schriften der Yoga tradition. Da sie sich auf verschiedenen Ebenen lesen lässt, kann sie zu allerlei Missverständnissen führen. Sie ist erst einmal eine Schrift über Yoga – aber nicht über einen Yoga, der uns dazu auffordert, uns aus der Welt zurückzuziehen und uns ausschließlich der Meditation hinzugeben. Nein, im Gegenteil, sie ruft uns zum Handeln in der Welt auf. Sie wählt dabei bewusst das Symbol des Kampfes, ja sogar des Krieges, um uns zu verdeutlichen, wie herausfordernd es ist, ein aktives Leben in Einklang zu bringen mit einem Yogaweg, der nach innen führen soll. Hierfür steht exemplarisch die Hauptfigur der Geschichte, der Held Arjuna, der sich in einem Dilemma befindet. Er steht kurz vor einer großen Schlacht, bei der sich zwei verfeindete Reihen gegenüberstehen. Es handelt sich dabei um die Pandavas und die Kauravas, wobei Arjuna zu den Erstgenannten gehört. Da Arjuna ein Kshatriya ist, also der Kriegerkaste angehört, ist er verpflichtet zu kämpfen. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass es in einer altertümlichen Gemeinschaft, wie es die vedische Gesellschaft war, als selbstverständlich galt, dass jeder seiner Kaste entsprechend seine Pflicht zu erfüllen hatte. Jeder e
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Sei ein Finder, kein Suchender!

125 Jahre nach Vivekananda ist Swami Sarvapriyananda heute einer der gefragtesten Redner zum Advaita-Vedanta

Es schüttet aus Eimern an diesem Vormittag im Mai. Die Grachten liegen in einem fahlgrauen Farbton da, ein kalter Wind weht über das Wasser. Ein paar Fahrräder schießen, dem Schauer trotzend, vorbei. Vor einer Amsterdamer Kirche hat sich eine Schlange gebildet, die Gesichter der Wartenden unter Regenschirmen verborgen.

Dutzende sind gekommen, um in einer ehemaligen reformierten Kirche, die nun als Event-Halle fungiert, einem indischen Mönch zuzuhören.

Als alle Platz genommen haben, tritt der Swami auf die Bühne. Der Redner, der auf Einladung des niederländischen Verlags Samsara Books angereist ist, trägt ein hellorangenes Gewand über einem ockerfarbenen Pullover. Leichten Schrittes nimmt er auf seinem Stuhl unter der goldverzierten Orgel Platz. Mehr als sechzig Jahre, nachdem in diesem Gemäuer der letzte Gottesdienst stattfand, wird Swami Sarvapriyananda nun wieder über Gott sprechen – allerdings nicht über Gott als ein himmlisches Wesen im Außen, sondern als das reine Bewusstsein, das wir alle sind.

Leiter der Vedanta Society und bei YouTube ein Magnet für Hunderttausende

Swami Sarvapriyananda ist heute einer der erfolgreichsten Referenten zum Thema Advaita-Vedanta, dem alten, non-dualen Lehrsystem Indiens. Bei YouTube sind seine Vorträge über Bewusstsein, das Wesen des Selbst und über die Praxis des Vedanta

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Leerheit, Fülle und Ebenbild Gottes

Die Leerheit birgt alles – die eine Wahrheit hinter den vielen Wegen

Bei der Beschäftigung mit den spirituellen Philosophien des Ostens begegnet man häufig dem Begriff der Leerheit (Shunyata) als Eigenschaft von allem Phänomenalen. Er beschreibt die manifeste und die astrale Welt grundsätzlich als leer von inhärenter, also eigenständiger Existenz. Diese Wortwahl löst bei vielen Menschen Befremden aus, da man dies nihilistisch fehlinterpretieren kann.

Sehnsucht nach mehr

Denn was wir uns von der Spiritualität oft erhoffen, ist eher Fülle – materiell, astral, spirituell. Unsere Sinneswahrnehmungen suchen neue Eindrücke. Unser Verstand möchte ständig mit Gedanken spielen. Unsere Emotionen geben uns das Gefühl von Lebendigkeit. Diese Art von Fülle haben wir also schon. Trotzdem sind wir oft nicht glücklich, denn all das macht uns auch müde. Dann entsteht vielleicht das Empfinden, es müsse irgendwo etwas Größeres, Tieferes, Freieres geben. Wir wissen zwar nicht genau, was das sein könnte, hoffen jedoch, dass unser Leben irgendwie anders verlaufen könnte. Diese Erwartung richtet sich nicht immer und unbedingt nur auf unsere äußere Welt, sondern vor allem nach innen. Trotzdem verbinden wir sie eher mit dem Begriff der Fülle als mit dem Wort „Leerheit".

Frage nach dem Sinn des Lebens

Sobald diese innere Suche erwacht, will man Antworten. Was ist der S

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Emotionen lesen

Eine wichtige ethische Kompetenz im Yogaunterricht – ein neuer Ansatz dazu verbindet moderne Neurobiologie, buddhistisch inspirierte „Essenzielle Psychotherapie“ und somatische Achtsamkeit Von Tränen in der Kindhaltung bis zu plötzlicher Unruhe im Krieger – emotionale Prozesse sind auf der Yogamatte allgegenwärtig. Aber wie gehen Lehrende professionell damit um? Ein neuer wegweisender Ansatz verbindet moderne Neurobiologie, buddhistisch inspirierte Essenzielle Psychotherapie und somatische Achtsamkeit, um den Unterricht ethisch zu stärken und einen wirklich sicheren Raum für Veränderung zu schaffen. Fast jede Yogalehrkraft kennt es: Während der Entspannung fängt eine Teilnehmerin plötzlich an zu weinen. Oder ein Schüler hört mitten in einer intensiven Hüftöffnung auf, wirkt gereizt und zieht sich zurück. Lange Zeit wurden solche Reaktionen im Yoga entweder als Reinigungsprozesse gesehen und romantisiert oder einfach ignoriert, weil sie den Ablauf störten. Doch heute, im modernen Yogaunterricht, ändert sich das, es vollzieht sich ein Paradigmenwechsel: Yoga wird mehr und mehr als Werkzeug für psychische Widerstandskraft, als resilienzförderndes Werkzeug, verstanden. Damit wächst auch die Verantwortung der Lehrenden, Emotionen im Körper bewusst wahrzunehmen – oder anders gesagt: Emotionen im Körper zu lesen. Emotionen im Körper zu lesen ist keine esoterische Gabe, sondern eine erlernbare fachliche Kompetenz, die auf drei wichtigen Grundlagen beruht: auf somatischer Achtsamkeit, buddhistischer Geisteswissenschaft u
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Kybele und die Sufis

Die wilde Göttin, Portale ins Innere und Schwellen zur Anderswelt – eine mystische Reise in Anatolien Wir sind in Anatolien, Merve und ich. Auf einer mystischen Reise. Unsere Absicht? Absichtslos uns dem Unbekannten zu öffnen. Wir vertrauen darauf, dass in jedem Menschen ein inneres Wissen liegt, zu dem man – wie es tantrische Schriften sagen – nur erwachen muss. Wir möchten von Kraftorten gefunden werden, die uns helfen, aus unserem persönlichen Wirklichkeitstunnel herauszutreten. Eintauchen ins „Große Mysterium". Merve Bıçer, meine spirituelle Tochter, ist Luftfahrtingenieurin, seit einigen Jahren lernend und lehrend unterwegs auf dem spirituellen Pfad. Ich leite eine Schule für Tantra-Yoga, Kunst und Schamanismus in Ecuador. Über solche Reisen zu schreiben ist schwer: Innere Welten lassen sich kaum beschreiben. Wir merken, dass wir in einem meditativen oder schamanischem Zustand sind, wenn die alltägliche Welt zu uns spricht und scheinbar triviale Begebenheiten symbolhaft werden. Ein Reisebericht kann den Zauber nicht vermitteln; viele Momente, die im Erleben heilig sind, wirken in der Beschreibung abgehoben. Und doch gibt es Schwellen, Portale, die man durchschreitet. Davon erzähle ich – als Einladung, selbst aufzubrechen.

Das Portal des Nichtstuns

Drei träge Tage am Meer zu Beginn der Reise. Abends sitze ich in einer Hollywoodschaukel bei Rosé und g
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