Interview mit Ayurveda-Experte Dr. Hans-Heinrich Rhyner Vor einigen Wochen ist auch das neue Buch von Hans Rhyner zum Thema Heilpflanzen im Ayurveda erschienen. In diesem Buch verdeutlicht Dr. Rhyner noch einmal auf anschauliche Weise den hohen Stellenwert, den Pflanzen im Ayurveda haben. Denn schließlich sind die verwendeten Heilmittel größtenteils pflanzlichen Ursprungs. Was viele Menschen aber noch nicht wissen, ist dass das, was zwischen Kaschmir und Madras gedeiht, auch in unseren Breitengraden heimisch ist und erfolgreich nach ayurvedischen Prinzipien eingesetzt werden kann. Doris Iding: Gerade ist Ihr neues Buch „Heilpflanzen im Ayurveda“ erschienen. Was genau hat Sie dazu bewegt, dieses Buch zu schreiben? H. H. Rhyner: Wenn ein System wie der Ayurveda in Europa Erfolg haben und Fuß fassen soll, dann ist es unumgänglich, lokale Heilpflanzen in die Therapie mit einzubeziehen. Hier der Idealfall: ein Patient schildert seine Beschwerden. Danach gehe ich in meinen Garten, pflücke eine Heilpflanze und gebe sie dem Klienten oder ich sage ihm, wo er seine Pflanze findet. Alles andere ist mühsam – Sie müssen sauberes Pflanzenmaterial und gute Verarbeiter finden, zur Bank rennen, um das Ganze zu finanzieren, sich mit Behörden rumschlagen, die meinen „im Namen der Lobby“ den Patienten vor Ihnen schützen zu müssen und so weiter und so fort. D.I.: Viele der von Ihnen in dem Buch aufgeführten Heilpflanzen sind Ihrer Meinung nach auch in unseren Breiten heimisch. Kann man sie deshalb 1:1 mit den indischen Heilpflanzen gleichsetzen oder gibt es hier qualitative Unterschiede? H.H.R.: Was sind indische Pflanzen? Haben die einen indischen Pass? Also im Ernst: Pflanzen haben keine Nationalität. Es gibt verschiedene Klimazonen auf diesem Planeten. Auf dem indischen Subkontinent existiert jede Klimazone, die wir in Europa haben, und deshalb wachsen auch die gleichen Pflanzen. Hinzu kommt, dass die Menschen auf ihren (Völker)-Wanderungen schon seit jeher wichtige Kultur- und Heilpflanzen in ihrem […]

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Doris Iding
Doris Iding ist Ethnologin, Yoga-, Meditations- und Achtsamkeitslehrerin sowie Autorin mit Schwerpunkt Integration östlicher Heilverfahren in den Westen und bewusstseinsverändernde Techniken. Ihr besonderes Interesse gilt der Vermittlung eines neuen Bewusstseins, bei dem der Mensch nicht mehr dogmatisch an alten Traditionen und Lehren festhält, sondern sich dafür öffnet, dass alles miteinander verbunden ist. In ihren Artikeln und Seminaren vermittelt sie auf leichte und spielerische Weise, wie wir entspannt, achtsam und wohlwollend zu uns selbst finden können. Vierzehn ihrer Bücher wurden in andere Sprachen übersetzt.