Wellness boomt: authentischer Ayurveda hat jedoch mit Wellness aus der Konserve nichts zu tun
Der globale Indienrausch bringt Bollywood in die Wohnzimmer, Yoga ins Fitnessstudio und Ayurveda ins Wellnesshotel. Farbige Abbildungen von Ölgüssen überströmen die Frauenmagazine und das Angebot von privaten und kommerziellen Anbietern für Ayurveda-Massagen explodiert. Sich in Indien oder Sri Lanka bei einer Pancakarmakur sanft massieren und entschlacken zu lassen, gehört inzwischen nicht nur zum Reiseprogramm der Indienfans, sondern wird von nahezu allen namhaften Touristikunternehmen in verschiedenen Preiskategorien angeboten. Was früher noch als esoterischer Hokuspokus mit äußerstem Misstrauen begutachtet wurde, hat sich heute als trendige Körperkultur etabliert und findet Anhänger in allen sozialen Schichten, Berufs- und Altersgruppen.
Der Wellnessboom der letzten Jahre hat sich den Ayurveda heißhungrig einverleibt und spuckt ihn nun wieder aus: Im Heer der Ayurveda-Anbieter sind immer mehr Leute zu finden, die zwar auf poppigen Werbeplakaten Ayurveda-Massagen anbieten, aber noch nicht einmal wissen, wie vata, pitta oder kapha richtig geschrieben wird. Unerfahrene „Ayurveda-Kenner“ versuchen in Schwaden von Räucherstäbchen, ihre eigene Unwissenheit zu verhüllen, und dogmatisch geprägte Glaubensansätze werden im Weichspülgang als spirituelle Therapie verpackt.
Und doch ist es gut, das Ayurveda seine Stellung als Vorreiter für innovative Wellnessangebote behauptet und ein gewisses Maß an Kommerzialisierung durchlaufen hat: N