Vom Schein zum Sein – Gleichgewicht ist eine Frage des Übens, und Śayanāsana ist die ultimative Herausforderung für den Gleichgewichtssinn
Śayana heißt Ruhestätte. Die Weltenschlange, Âdiśeṣa oder Anantaśeṣa, schwimmt, der Mythologie zufolge, zusammengerollt im Ozean der noch nicht manifesten Welt. Auf ihm ruht Gott Viṣnu. Entrollt sich Âdiśeṣa, so entfaltet sich das gesamte Universum. Rollt sie sich wieder in sich zusammen, so vergeht auch die gesamte Schöpfung. Viṣnu, der Gott der Erhaltung, bewahrt die Welt, solange Âdiśeṣa entfaltet ist. Die Ruhestätte von Viṣnu steht so im Zentrum eines wunderschönen Schöpfungsmythos.
Die Natur des Gleichgewichts
Unser Gleichgewicht ist über fein regulierte Reflexbögen gesteuert. Kleinste Kippbewegungen aus dem Gleichgewicht werden registriert. Über blitzschnell gesteuerte Muskelreaktionen wird der Körperschwerpunkt über seinem Fundament gehalten. Im aufrechten Stehen funktioniert dies meist so gut, dass wir uns dessen nicht bewusst sind. Aber schon im einbeinigen Stand zeigt unser Wackeln die für die Balance nötigen Ausgleichreaktionen. Die gute Nachricht: Auch Gleichgewicht kann man fördern, indem man es immer wieder übt. Je öfter du eine Gleichgewichtshaltung wiederholst, desto ruhiger wird sie.
Das Gleichgewicht verbessern – am Beispiel Śayanāsana
Śayanāsana ist wohl eine der schwersten Balancehaltungen überhaupt. Wir befinden uns kopfüber und balancieren auf der winzigen Auflagefläche unserer Ellbogen. Egal, an welcher Gleichgewichtshaltung du d