Ursprung, Bedeutung und Wandel der wichtigsten yogischen Körperhaltung: Asanas waren ursprünglich Sitzhaltungen für die Meditation.
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Gesellschaften mit ihren Tendenzen die ursprüngliche Bedeutung von Begriffen verändern oder sogar fehlinterpretieren. Auch wenn vor gut 2000 Jahren unter Yoga die Beruhigung der Gedanken verstanden wurde, so assoziiert man in unserer bewegten und schnelllebigen Zeit damit oft Gymnastik oder körperliche Workouts, manchmal wunderbar verpackt in esoterische Begriffe und wohlklingenden Sanskrit-Namen. Es ist auch nicht überraschend, wenn man heutzutage unter Asana in erster Linie eine komplexe oder komplizierte Körperhaltung versteht, die man meist nur wenige Momente halten kann oder will.
In einer Konsumgesellschaft, in der Stillstand oft mit Unfähigkeit oder Rückschritt, Langeweile oder Angst assoziiert wird, vergessen wir manchmal, dass der Sanskrit-Begriff Asana ursprünglich einfach nur die Bedeutung von „Sitz“ hatte. Meditationsmeister und spirituelle Lehrer haben schon immer betont, dass äußere und innere Haltung sich gegenseitig bedingen. Der Mensch ist eben nicht zufällig das einzige Wesen, das von Natur aus aufrecht stehen, gehen und sitzen kann (es sei denn, er hat es sich durch eine körperfeindliche, gestresste oder energielose Lebensweise abgewöhnt – und das passiert heutzutage immer häufiger, auch schon in jungen Jahren).
Dagegen rate ich vom gerne fotografierten und geposteten Padmasana ab, da auch b