Die Insel der Götter hat alles zu bieten, was das Herz begehrt: wunderschöne Resorts, die in die üppige tropische Natur eingebettet sind, und jede Menge echten Spirit. Wir stellen Ihnen das Kumara Sakti, ein Resort der „ONEWORLD retreats vor

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In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Wo man selbst Teil des Bali-Spirits wird: das „Kumara Sakti“
Das Kumara Sakti, ein Resort der „ONEWORLD retreats“, ist ein Boutique- und Spa-Refugium in den Hügeln um Ubud, in dem fortlaufend Yoga-Retreats stattfinden. Die terrassenförmige Anlage ist für solche Zwecke ideal. Wie ein kleines Dorf wurde sie stufenförmig in den Hang der Flussbiegung gebaut, eingebettet in Palmen und tropische Hölzer, umrankt von tropischen Farnen und ab und zu den Blick freigebend auf die gegenüberliegenden Reisfelder. Auch hier rauscht der Fluss unentwegt durchs Tal, nur vom Zirpen der Grillen und Zwitschern der Vögel begleitet.

Nyepi – der heilige Tag
Bei meiner Ankunft erlebe ich gleich eine Überraschung, denn es ist der Vorabend des heiligen Tages Nyepi: An diesem Abend werden die „bad spirits“ (die bösen Geister) ausgetrieben. Mit riesigen, furchterregenden Masken und Figuren werden sie aus allen Straßen, Gassen, Häusern und Tempeln vertrieben, begleitet von ohrenbetäubendem Lärm und Trommeln, von Krachern und Feuer. „Ogho Ogho“ heißt diese Zeremonie. Und damit sie auch nicht wieder zurückkehren, wird den ganzen nächsten Tag geschwiegen. Kein Flugzeug darf an diesem Tag fliegen, kein Zug rollt, kein Bus und kein Auto fährt, auch der Fernseher bleibt aus. Keine Radiostation strahlt ein Programm aus. Wo immer es geht, wird das Licht gelöscht, damit die negativen Energien nicht wieder zurückfinden. Und sogar die Küche bleibt kalt, damit keine verlockenden Düfte entstehen.

Daran wird deutlich, wie sehr man sich auf Bali der Geister und Götter gewahr ist und im Bewusstsein dieser Mächte lebt. Das ist auch die Kraft, aus welcher die Balinesen ihre Dankbarkeit, ihre Freundlichkeit und ihr Lächeln schöpfen. Nur gutes Karma soll erzeugt werden. Lautes Schimpfen oder Schreien wird vermieden. Und das macht es auch dem Yoga-Spirit so leicht, sich auf Bali zu verbreiten: Werte wie Ahimsa, Asteya, Aparigraha etc. – hier werden sie gelebt! Dies ist Balis Geschenk an die Welt.

Willkommen im gegenwärtigen Moment
Morgenyoga im Tropenhain, auf der überdachten Terrasse mit Blick in die üppig bewachsene Hang- und Flusslandschaft: Sonnengruß in Stufen für Anfänger und Fortgeschrittene. Keine Musik vom Band – Yogalehrer Wayan singt frei, auch bei der Schlussentspannung, wenn jedem Teilnehmer noch ein Hauch von Balsam auf die Schläfen und in den Nacken gerieben wird. Als ehemaliger Tänzer kam er über Umwege zum Yoga. Zunächst wollte er als Rezeptionist im Kumara Sakti arbeiten. Doch sein Talent fiel auf. Statt an die Rezeption wurde er in die Yogalehrer-Ausbildung geschickt. Nun unterrichtet er, und sein Yoga-Programm ist einfühlsam und abwechslungsreich: morgens Vinyasa, Sonnengruß, Krieger- und andere Standhaltungen, abends Restorative-Yoga, Iyengar Yoga mit dem Stuhl, Alignment und Adjustments. Mit einem tiefen Gong startet jede Stunde. Und der Blick fällt dabei immer in das üppige Grün des Dschungels: ein tropisches Grün wie aus dem Gewächshaus. Das Wechselspiel von Sonne und genügend Regen gibt die Grundlage für drei Ernten. Der gesamte Ertrag ist für die Ernährung des Landes bestimmt, keinerlei Reis geht in den Export.

Pünktlich gegen 18 Uhr verschwindet die Sonne dann wieder zwischen den Tropenpalmen und dem Bambusgrün des Busches. Warum nur sieht die Sonne hier anders aus als zu Hause? Wunderschön auch am Abend ein Feuer-Mandala aus Teelichtern, ein Ausdruck von Stille, Frieden und Harmonie. Die Teilnehmer kommen von überall: aus den USA, aus Australien, England, Abu Dhabi und Deutschland, in der Mehrzahl Frauen.

Iyan und Claude sind verantwortlich für all das, was im Kumara Sakti geschieht, für diese vielen kleinen Selbstverständlichkeiten und „Wunder“, die jeden Tag begleiten: Nach der Yogastunde ist das Zimmer bereits gemacht, die Schuhe sind vor jedem Raum immer schon wieder in Laufrichtung gedreht. Es sind viele Kleinigkeiten, die sich wie ein Puzzle ineinanderfügen: die Wasserfarben auf dem Zimmer, bereitgestellt für den Moment der Inspiration, ein eigenes Programmheft für jeden Teilnehmer, die Blumen und Blüten auf dem Bett und neben der Seifenschale – kleine Zeichen der Aufmerksamkeit, die sagen: „Du bist willkommen hier, schön, dass du da bist!“ Und nicht zu vergessen ein über die Jahre gewachsener und bewährter Programmablauf mit genügend Raum für individuelle Freizeit und Extras. Sehr viel Spaß macht z.B. ein Kochkurs in der Tradition der balinesischen Küche. Die tropischen Gewürze lassen den Geschmack Asiens sofort lebendig werden. Weiteres Highlight: ein frühmorgendlicher Ausflug zum Vulkan. Dort Morgenyoga, Frühstück.
Anschließend geht’s mit Mountainbikes immer leicht abwärts durch die Reisfelder und Dörfer. Solche Touren lassen den Gast das Land hautnah erleben.
 
Ein Besuch beim Heiler
Faszinierend auch der Besuch beim Heiler: Nur mit Hilfe eines kleinen Stocks und seiner Hände findet er in wenigen Minuten heraus, was im Argen liegt. Zunächst tastet er an Ohr, Kopf und Hals einzelne Akupressurpunkte ab. Auf der linken Seite spüre ich nichts, doch auf der rechten Seite … „Autsch, das tut ziemlich weh!“ Die Organe sind in Ordnung, aber: „Problem is the mind“, wie er sagt. Dann nimmt er seinen kleinen Stock und drückt einen Punkt am linken vierten Zeh. Das tut höllisch weh. Der Lymphfluss ist nicht in Ordnung, erklärt er. Ursache abermals: the mind! Da kann er was tun. Er verbindet sich mit den universellen Kräften, malt mit Händen und Fingern Mandalas und Zeichen in die Luft und zieht dann auch auf dem Körper mit seinem Stock Linien und Kreise. Dann drückt er wieder den Punkt am Zeh, und – oh Wunder – der Schmerz ist weg!

Zum Abschluss schaut er mir noch mal prüfend ins Gesicht, lächelt und empfiehlt Vitamin B12 am Mittag und Omega-3-Fettsäuren am Abend für Kreislauf und Blutdruck. Bei einer Teilnehmerin aus England findet er sofort heraus, dass mit ihren Hormonen etwas nicht stimmt. Beim genaueren Nachhaken kommt heraus, dass die Patientin seit vier Jahren einen Hormonstab zur Verhütung im Arm trägt. Der Heiler ist bereits an die 80. Er widmet sich jedem Patienten mit der gleichen Aufmerksamkeit, hält sein Wissen nicht zurück und kommt schnell auf den Punkt.

Dieses Land ist verbunden mit der Tradition. Was mich hier besonders beeindruckt, ist die tiefe Eingebundenheit der Balinesen in die Natur, in die täglichen Zeremonien und Rituale. Zu bedeutenden Anlässen wie dem Übergang ins Erwachsenenalter, zur Hochzeit etc. werden als spezieller Brauch die Vorderzähne gefeilt, so dass sie alle genau die gleiche Länge haben – ein Bild dafür, jegliche Unausgeglichenheiten und alle Ego-Tendenzen begradigt zu haben. Auf Bali integrieren die Menschen gerne alles, Animismus mit Hinduismus, östliche Weisheit mit westlichen Errungenschaften. Bali lebt mit den Göttern. Auf Bali sind die Götter, Geister und sonstige Wesen einfach nah. Den guten Spirits wird täglich am Altar eine Gabe dargebracht, und für die bösen Spirits gilt das Gleiche: Wenn nicht gerade Nyepi-Tag ist, bekommen auch sie stets etwas, damit sie die Menschen möglichst in Ruhe lassen.

Das Schöne: Das Kumara Sakti erlaubt es, mit dem Land, der Kultur und den Menschen in Kontakt zu kommen. Und das ist viel wert. Hier bleibt man nicht einfach nur Tourist, hier darf man sich als Gast fühlen. Wie auch die Götter.  Und wo halten sich Götter schließlich gerne auf? Überall dort, wo sie auch willkommen geheißen werden.

Mehr Infos: www.oneworldretreats.com

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