Die Meditation der liebenden Güte als Praxis, die deine Wahrnehmung transformiert.
Die gleiche Situation wird von verschiedenen Menschen unterschiedlich wahrgenommen. Unser mentaler und emotionaler Hintergrund färbt jede Wahrnehmung. Durch Meditation können wir unsere innere Landschaft so verändern, dass wir die Welt mit ganz anderen Augen sehen.
Die Liebesmeditation
Im Buddhismus hat die so genannte Metta-Meditation (Metta wird oft als „liebende Güte" oder „Wohlwollen" übersetzt) eine lange Tradition. Seit Jahrhunderten kultivieren Praktizierende dabei gezielt ein Gefühl von wohlwollender Liebe.
In den klassischen Yogatexten findet sich eine sehr ähnliche Praxis unter dem Namen Maitri. Sprachlich ist „Metta" der Pali-Begriff für das Sanskritwort „Maitri" („freundschaftliches Wohlwollen"). Beide Traditionen entstammen denselben indischen Wurzeln – die Praxis zielt in beiden Fällen auf die Schulung von Wohlwollen und Verbundenheit.
Pure Esoterik?
Ich gebe es zu: Die Liebesmeditation hielt ich für esoterisch – nichts für mich. Ich bin doch Wissenschaftler! Doch eine Studie aus dem Jahr 2004 unter der Leitung von Richard Davidson änderte das und machte die Technik zu einer meiner Lieblingsmeditationen.
Die Forscher untersuchten die EEG-Wellen von buddhistischen Mönchen, während diese sich in die Maitri-Meditation versenkten. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe nahm bei den Mönchen die (bereinigte) Gamma-Aktivität um mehr als das Dreißigfache zu. Vereinfacht: Ihr Gehirn konnte den „Turbo" für schnelle, koordinierte A