Eine spirituelle, psychologische und gesellschaftskritische Annäherung an die Corona-Krise.
Wann war das Leben für die Menschheit zuletzt so unsicher, verletzlich und unvorhersehbar? Ich sehe schockierende und zugleich berührende Berichte im Fernsehen, die mich an kriegsähnliche Zustände oder an einen apokalyptischen Science-Fiction-Film erinnern, und das mitten im scheinbar so wohlhabenden und stabilen Europa. Quer über den Globus und durch die Gesellschaft scheint jeder in irgendeiner Weise betroffen zu sein. Von einem Tag auf den anderen erkennen wir, wie unersetzlich die so stiefmütterlich behandelten Gesundheitsberufe sind und dass ein Lkw mit Schutzausrüstung mehr wert ist als ein Goldbarrentransport. So sehr mich all diese individuellen und nationalen Schicksale berühren, so sehe ich darin dennoch eine einzigartige Chance für unser Leben und unseren Planeten.
Unmittelbarkeit und Unsicherheit
Was werden wir morgen, in einer Woche, in einem Monat oder in einem Jahr denken, wissen, sagen und tun? Kein Wissenschaftler, Zukunftsforscher, Wirtschaftsfachmann, Politiker, Journalist, Priester, Guru oder Yogi kann dies vorhersehen. Eigentlich ist jeder Tag des Lebens von einer gewissen Unmittelbarkeit und Unsicherheit geprägt, aber unsere Alltagsroutine und unsere Gewohnheiten lassen diese Tatsache verblassen; zumindest so lange, bis uns irgendein einschneidendes Ereignis, eine schwere Krankheit, ein bitterer Verlust, ein gesellschaftlicher Umbruch oder eine globale Katastrophe aus dieser Trance wachrüttelt.