Räucherstoff und vielseitiges Heilmittel – das blutrote Harz ist kraftvoll in der Wirkung und mit zahlreichen Mythen verbunden.
Unter der Sammelbezeichnung „Drachenblut“ wird ein blutrotes Harz verstanden, das bereits seit vielen Jahrhunderten für Heilzwecke sowie als Räucher- und Färbemittel eingesetzt wird. Dass es im Zusammenhang mit der Bezeichnung Drachenblut immer wieder zu Missverständnissen kommt, liegt darin begründet, dass mehrere pflanzliche Quellen unterschiedlicher Herkunft existieren. Ursprünglich bezog sich der Name Drachenblut ausschließlich auf das Harz der beiden Drachenbaum-Arten Dracaena cinnabari und Dracaena draco, erst in jüngerer Zeit wird auch das rote Harz von Pflanzen anderer Gattungen so bezeichnet. Daneben ist die Bezeichnung Drachenblut ein geläufiges Synonym für das Mineral Zinnober (Cinnabarit).
Drachenblut Dracaena cinnabari Sokotra - © Kevin JohannMythologie
Es gibt viele Mythen und Legenden, die sich um die Entstehung des Drachenbaums ranken. In einem griechischen Mythos heißt es, dass die ersten Exemplare einstmals aus dem Blut des mehrköpfigen Drachen Ladon entstanden sind, der als Gartenhüter der Hesperiden sowie als Bewacher der goldenen Äpfel bekannt ist. Getötet wurde Ladon von dem Titan Herakles (Herkules), als dieser im Auftrag des Königs Eurystheus die goldenen Äpfel raubte. Das Blut des Drachen verteilte sich daraufhin im ganzen Land, und schließlich wuchsen daraus die ersten Dracaena-Pflanzen. In einem anderen Mythos wird e