Schwimmen. Lieben. Lachen. Sein. Licht. Festivals. Draußen sein. Wir lieben den Sommer! Für mich persönlich sind die Monate Juni, Juli, August und September die schönsten des Jahres – mir kann es nicht heiß genug sein.
Doch auch in diesem Jahr erleben wir wieder vermehrt extreme Wetterschwankungen, die es manchem schwer machen, stabil und unbeschwert durch den Sommer zu gehen. Immer wieder höre ich, dass viele Menschen mit dem Wetter kämpfen, sich müde fühlen und die wechselhaften Temperaturen nicht gut verkraften.
Hier sind ein paar Tipps, wie du trotz extremer Wetterkapriolen gut durch die nächsten Wochen kommst:
Sitali-Atmung – einen kühlen Kopf an heißen Tagen bewahren
Diese Pranayama-Praxis wirkt kühlend, beruhigend und erfrischend – ideal bei Hitze, Stress oder innerer Unruhe. Sie hilft, die Körpertemperatur zu senken und den Geist zu entspannen. Ich mag diese Übung besonders, weil sie überall praktiziert werden kann.
So geht’s:
- Bequeme Sitzhaltung einnehmen. Setze dich so aufrecht wie möglich hin – auf ein Meditationskissen, eine Yogamatte oder einfach auf einen Stuhl mit geradem Rücken.
- Zunge rollen oder Lippen spitzen. Rolle die Zunge zu einem Röhrchen, sodass die Seiten nach oben zeigen. Falls dir das nicht gelingt, strecke die Zunge leicht nach vorne und spitze die Lippen sanft.
- Atme langsam und bewusst durch die gerollte Zunge oder die gespitzten Lippen ein, sodass die Luft durch die kleine Öffnung strömt und kühl gefiltert wird.
- Halte den Atem für einen Moment an – nur so lange, wie es angenehm ist.
- Löse die Zunge bzw. entspanne die Lippen und atme langsam und bewusst durch die Nase aus.
- Wiederhole diesen Ablauf einige Male. Wenn es dir gut tut, kannst du die Praxis auf 5–10 Minuten ausdehnen.
| Tipp: Falls dir das Rollen der Zunge schwerfällt, spitze einfach die Lippen und atme so durch den kleinen Spalt, als würdest du durch einen Strohhalm trinken. |
Bleibe hydratisiert
An heißen Tagen ist es besonders wichtig, ausreichend Wasser zu trinken, um den Körper gut mit Flüssigkeit zu versorgen. Trinke regelmäßig kleine Schlucke über den Tag verteilt und vermeide zu viel koffeinhaltige Getränke, da diese den Körper zusätzlich entwässern können.
4-7-8-Atmung
Eine weitere Atemübung, die ich selbst gerne praktiziere und empfehle, ist die 4-7-8-Methode. Sie hilft, den Körper zu entspannen und den Geist zu beruhigen – besonders, wenn Ängste oder innere Unruhe präsent sind. Da wir aktuell in unsicheren und bewegten Zeiten leben, kann es auch sinnvoll sein, diese Übung prophylaktisch anzuwenden – also selbst dann, wenn es dir gerade gut geht.
So funktioniert sie:
Atme für vier Sekunden ein. Halte den Atem für sieben Sekunden an. Atme dann langsam und gleichmäßig durch den Mund aus, während du bis acht zählst. Wiederhole diesen Rhythmus mehrere Male.
Stelle dir dabei vor, wie du mit jeder Ausatmung Stress, Anspannung sowie Hitze oder überschüssige Energie loslässt – und wie sich Körper und Geist mehr und mehr entspannen. Schließe danach die Augen und spüre nach, ob dein System sich abgekühlt hat und deine Nerven zur Ruhe gekommen sind.
Zitronen-Ingwer-Wasser-Trink-Meditation
Gerade in den heißen Sommermonaten – besonders im Urlaub in südlichen Ländern – ist es entscheidend, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Hohe Temperaturen und vermehrtes Schwitzen führen dazu, dass der Körper Wasser und Mineralstoffe verliert. Das erhöht das Risiko einer Dehydrierung, die unter anderem Kopfschmerzen, Müdigkeit, Kreislaufprobleme und in schweren Fällen sogar einen Hitzschlag verursachen kann.
Ein deutliches Warnsignal ist auch der Stuhlgang: Wenn nur noch kleine, harte Kügelchen ausgeschieden werden, fehlt dem Körper Flüssigkeit, um den Stuhl zu binden.
Mein Tipp: Täglich mindestens 2–3 Liter Wasser trinken – bei Hitze oder körperlicher Aktivität auch mehr. Neben Wasser können auch kühle Getränke, ungesüßte Tees oder frische Fruchtsäfte zur Flüssigkeitszufuhr beitragen.
Ich starte meinen Tag oft mit einer Kanne heißen Wassers, in das ich frischen Ingwer und Zitrone gebe. Diesen Liter nutze ich für eine kleine Trinkmeditation: Schluck für Schluck trinken, ganz bei der Sache bleiben und sich bewusst machen, welch kostbare Ressource Wasser ist.
Wichtig: Warte nicht erst, bis sich Durst meldet – dann besteht bereits ein Flüssigkeitsdefizit. Trinke lieber regelmäßig kleine Schlucke, statt große Mengen (vor allem eiskalter Getränke) auf einmal zu konsumieren.
Aus ayurvedischer Sicht sind außerdem Kokoswasser, Kräutertees (z. B. Pfefferminze, Kamille) und frisch gepresste Säfte empfehlenswert. Verzichten sollte man hingegen auf zu viel Kaffee oder Alkohol, da beide dehydrierend wirken.
Achte auf einen kühlen Körper und klaren Kopf
Im Sommer steigt das Pitta-Dosha (Elemente Feuer und Wasser). Das kann zu Hitze, Reizbarkeit und Entzündungen führen. Wähle daher Lebensmittel und Gewohnheiten, die kühlen und dein inneres Gleichgewicht erhalten.
Besonders empfehlenswert sind kühlende Nahrungsmittel wie Gurken, Wassermelone, Kokosnuss, Minze und grünes Blattgemüse. Setze auf leichte, frisch zubereitete Speisen, die den Körper nicht zusätzlich erhitzen – etwa gekochte oder gedünstete Gerichte und kalte Suppen. Verzichte hingegen vor allem abends auf große Salatportionen, da sie schwer verdaulich sein können.
Wenn du in die Sonne gehst, trage nach Möglichkeit einen Sonnenhut. Er schützt nicht nur deine Haut vor intensiver Sonneneinstrahlung, sondern hält auch deinen Kopf angenehm kühl.
Schütze dich vor der Sonne
Bei hohen Temperaturen ist ein guter Sonnenschutz unerlässlich. Trage Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, eine Sonnenbrille und einen Hut, um Haut und Augen vor schädlicher UV-Strahlung zu bewahren.
Cool down
An besonders heißen Tagen ist es ratsam, körperlich fordernde Aktivitäten wie intensives Yoga, Wandern oder Radfahren in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden zu verlegen. Meide die Mittagshitze und halte dich möglichst an kühlen, schattigen Orten auf – im Wald, unter Bäumen oder in der Nähe von Wasser. Der Kontakt mit Bäumen und den Elementen unterstützt zudem deine Erdung.
Vermeide Tätigkeiten, die Stress fördern und dadurch dein Pitta zusätzlich anheizen. Sei achtsam und bewusst. Übe entspannende und herzöffnende Meditationen. Ein kühler Kopf und ein offenes Herz sind gerade in der heutigen Zeit wichtig – besonders, wenn die Welt Kopf zu stehen scheint.
Zum Weiterlesen: Doris Iding: Ayurveda mit den Jahreszeiten, AT Verlag.