Von der Sonne zum Mond und zurück – die Wechselsatmung. Anna Trökes beschreibt sie ausführlich und mit fachkundiger Anleitung
Nadi heißt Kanal; gemeint ist der Kanal - oder besser sind die unzähligen Kanäle - durch die die Lebensenergie Prana den Körper durchströmt. Shodhana heißt Reinigung. So meint nadi shodhana »Reinigung der Nadis«. Da es um Reinigung geht, finden wir Nadi Shodhana konsequenterweise in der Hatha-Yoga-Pradipika aufgeführt unter den Kriyas, den Reinigungsübungen. Gleichzeitig stellt der Text einen klaren Bezug zum Pranayama her, nicht zuletzt dadurch, dass er direkt vor der Erläuterung der Atemübungen im zweiten Kapitel auftaucht. Es heißt dort:
4.Vers: Wenn die Nadis von Unreinheiten überladen sind, geht die Luft (maruta) nicht den mittleren Weg entlang. Wie sollte es da unmani-bhava (den höchsten Zustand) geben, wie sollte man so die Vollendung in der Übung erreichen?
5.Nur wenn der gesamte Verlauf der Nadis von Unreinheiten befreit ist, ist der Yogi in der Lage, den gesamten Prana angemessen zu regulieren.
6.Darum soll der Yogi regelmäßig Pranayama üben, reinen Herzens, sodass die Unreinheiten in der Sushumna Nadi beseitigt werden.
7.In der Haltung von Padmasana muss der Yogi die Luft durch den lunaren (linken) Nasengang einatmen und sie anhalten, solange er kann. Dann soll er durch den solaren (