Oder: Wie ein Stern die Freiheit allen Seins fand
Es war in Samarkant zur Zeit der großen Karawanen. Edelsteine, Düfte und Ideen wanderten von Hand zu Hand und von Mund zu Ohr. Namusch stand in seinem Laden, als dieser kleine, alte Mann über die Schwelle trat und schauerlich zu wehklagen begann. „Bei Allah, was weinst du, mein armes Väterchen? Komm, setz dich, hier hast du einen süßen Tee und feines Gebäck.“ Fürsorglich trat er zu dem Alten hin und reichte ihm Speise und Trank. Doch wider erwarten wurden die Gesänge des Jammers und der Tränen nur noch lauter und hoffnungsloser, bis das Lied des Leides dieses offensichtlich ärmlich erscheinenden alten Mannes abrupt abbrach und einer Eindringlichkeit Platz machte, die Namusch noch nie zuvor erfahren hatte. „Ich weine nicht meinetwegen, mein Söhnchen, ich weine deinetwegen. Doch all meine Tränen vermögen nicht die Mauern hinwegzuspülen, in die du dich gesperrt hast. So viel Schönheit sehe ich in deinem Laden, so viel Schönheit sehe ich in deinem Geist und deinem Herzen – und so viel Armut sehe ich in deinem Blick. Er hat die Weite verloren. Er sieht nur die gute Idee, die direkt vor ihm steht. Er sieht nur die gute Tat, d