Archetypen, die uns durch das Jahr begleiten
Der Komposthaufen am hinteren Zaun hat im Sommer nichts Schönes an sich. Da ist nur Wärme, Dunkelheit, der Geruch feuchter Erde und langsamer Zersetzung. Und doch entsteht hier im Verborgenen etwas, das später alles andere nährt. Auf meinem Kompost wachsen Brennnesseln. Auch sie hat niemand gepflanzt; sie kamen, wie das Unerwünschte eben kommt und bleibt. Doch an ihren Blättern hängen die Raupen des Tagpfauenauges. Ihr vergorener Sud zieht im Herbst als Jauche durch die Beete und macht den Boden satt. Und wer ihre Blätter entsaftet, nimmt ein Eisen auf, das kaum eine andere Pflanze bietet. Vielleicht ist das die erste Lektion des Gartens: Was uns nährt, kommt selten gefällig daher.
Wir denken bei Alchemie an Gold. An den Narren, der Blei in Edelmetall verwandeln wollte, an verrußte Laboratorien und gescheiterte Goldmacher, an Scharlatane bei fürstlichen Höfen. Doch das Wort selbst erzählt eine andere Geschichte. „Alchemie" leitet sich vom arabischen Begriff al-kīmiyāʾ ab, nach verbreiteter Deutung somit letztlich auch vom altägyptischen kemi, und kemi heißt nicht „Gold". Es heißt „das Schwarze". Ägypten nannte sich selbst das schwarze Land, nach dem dunklen, fruchtbaren Nilschlamm, der nach jeder Überschwemmung zurückblieb – im Gegensatz zum roten Land, der toten Wüste ringsum. Die Kunst d