Neun Tage, die alles verändern können: über die christliche Gebets- und Besinnungstradition der Novenen, die mit konkreten Anliegen an die Heiligen verknüpft und immer noch sehr lebendig und erkundenswert ist.
„Eine demütige Seele vertraut nicht auf sich selbst, sondern setzt all ihr Vertrauen auf Gott." St. Maria Faustina Kowalska
Obwohl ich katholisch aufgewachsen bin, bin ich erst vor Kurzem auf die Praxis der Novenen gestoßen. Auf einer Pilgerreise durch Italien, bei der ich mich intensiv mit verschiedenen Heiligen beschäftigt habe und mich immer wieder mal in Kirchen und Gottesdienste wagte, erfuhr ich davon zum ersten Mal. Besonders beim heiligen Antonius in Padua wurde ich hellhörig: Viele Menschen beten neun Tage lang zu ihm, um zum Beispiel einen spirituellen Lebenspartner zu finden. Kurios, dachte ich – schließlich lebte Antonius als enthaltsamer Mönch. Doch offenbar gilt er als Finder von allem Verlorenen: von Gegenständen ebenso wie von Menschen – vielleicht sogar von solchen, die uns aus früheren Leben vertraut sind.
Neugierig geworden, musste ich das natürlich gleich einmal ausprobieren. Konnte es wirklich so einfach sein? Während eines Solo-Retreats in den sizilianischen Bergen hatte ich die Zeit und Ruhe dafür. Ich errichtete einen kleinen Altar für den heiligen Antonius – mit Bild, Kerze und Räucherstäbchen – u