„Und siehe, es war gut“ – über unser wahrhaftiges Teilsein im kosmischen Wunder und die Alchemie unserer Bestimmung.
„Ein Kiesel trägt nicht nach. Er war überall – unter Füßen, in Taschen, auf Fensterbänken –, aber nie beleidigt. Wenn ich müde bin, wünsche ich mir, ich könnte wie er sein: von Bedeutung; weil jemand innehält, und nicht, weil es erwartet wird. Ich habe aufgehört, nach Gewicht zu fragen. Jetzt frage ich, ob etwas gern getragen wird.“ (Mika Schöberl)So beginnt eine Notiz in meinem Gedichtheft. Ich führe es, weil sich die Welt nur im fortwährenden Übersetzen fassen lässt: Skizzen, Splitter, Funken. Ein Herzschmerz hier; ein Lächeln dort; eine unbequeme Frage am Küchentisch? Alles findet Obdach in meiner Poesie. So erhält das Alltägliche eine zweite Stimme. Wer den Alltag nur als profan erlebt, fristet ein Dasein, das sich im eigenen Ego verzehrt. Doch selbst dort, in der Asche unserer Kränkungen, lodern im Glutnest der Hoffnung von Zeit zu Zeit ganz ähnliche Fragen auf – Fragen, die meine Klientinnen und Klienten mir fast zuflüstern. Als ahnten sie: Würde man sie laut aussprechen, sie stellten alles auf den Kopf – doch sind oben und unten im Angesicht des Großen Ganzen nicht bloß Richtungen unserer eigenen S