In einer Yogaszene, in der es von verschiedenen Angeboten wimmelt, springen viele gerne von einer Option zur nächsten, statt sich tief und ausdauernd auf eine Praxis, eine Community oder einen spirituellen Wegweiser einzulassen.
In unserer heutigen schnelllebigen Zeit, in der alles verfügbar, ersetzbar und austauschbar scheint, ist Verbindlichkeit rar geworden. Sich tief einzulassen, zum Beispiel auf einen spirituellen Weg, ist somit schon ein radikaler Akt der Hingabe. Radikal deshalb, weil wir uns dafür entscheiden, in die Tiefe zu gehen, uns selbst und andere unmittelbar zu spüren. Es ist eine Entscheidung für uns und für das Leben – und gegen die ständige Flucht vor sich selbst.
Während das Internet den Zugang zu spirituellem Wissen enorm erleichtert hat, ist die Kehrseite davon, dass die Vielzahl an Angeboten dazu führt, dass Menschen sich schwertun, sich für eine Tradition oder einen Lehrer zu entscheiden oder ihr Wissen in einem Bereich zu vertiefen. Statt sich auf eine Richtung einzulassen, wechseln sie lieber zwischen verschiedenen Ansätzen, um möglichst viel auszuprobieren und kennenzulernen, und häufen auf diese Weise ein oberflächliches Wissen an. Hinzu kommt, dass Menschen Angst haben, etwas zu verpassen, wenn sie sich für ein bestimmtes Angebot entscheiden. Das Gehirn kann all die angebotenen Informationen nicht mehr sortieren, erschöpft s