Frieden und Freiheit entstehen dann, wenn wir Menschen die Fesseln der Diktatur, in der wir möglicherweise noch leben, hinter uns lassen. Die Überwindung von diktatorischen Kräften erfordert im ersten Schritt keine politischen Handlungen, keinen äußeren Widerstand oder Kampf, sondern – viel schwieriger – kontemplative Einkehr und Innenschau. Denn der größte und mächtigste aller Diktatoren lebt ganz nah und intim in jedem von uns – als Herrscher des mentalen und denkenden Reiches, als unser Verstand.
Dieser wird in den yogischen Überlieferungen Kama-Manas genannt. Ihm obliegt im Grunde die Aufgabe, sowohl unsere Sinneseindrücke als auch die unzählig aufsteigenden Eindrücke aus Vergangenheit und Erinnerung zu koordinieren und diese zur weiteren Verarbeitung an das ihm übergeordnete Buddhi-Manas weiterzuleiten. Buddhi-Manas ist unser höheres, aus göttlicher Intuition gespeistes Erkenntnisorgan, das uns eine tiefere, ganzheitliche Sicht in die Zusammenhänge der Lebensprozesse ermöglicht. Buddhi-Manas befähigt uns, über den Tellerrand materieller Bedürftigkeit „hinauszudenken“. In ihm ist der geheimnisvolle Genius der Weisheit verborgen, sich selbst und den gesamten Gedankenkomplex letztendlich zu überwinden. Ist Buddhi-Manas wenig entwickelt oder der Zugang zu ihm blockiert oder verunreinigt, beginnt unser mit Sinneseindrücken und Begehrlichkeiten beschäftigter Verstand, sich mehr und mehr um sich selbst zu drehen. So nimmt das Karussell der ewig kreisenden Gedanken Fahrt auf. Durch diese schwindelerregenden B