Die Yogapraxis verlagert ihre Schwerpunkte sukzessive vom Groben zum Subtilen – so ist es zumindest intendiert. Solange man sich nicht in ihr verliert, ist die physische Asana-Praxis dabei eine wichtige und lohnenswerte Ausgangsbasis.
Eine treffliche Übersetzung der Yoga-Sutras II.46–48, wo Asana als Teil der Yogagliederung (Yoganga) definiert wird, lautet: „Verwurzelt in einfacher Festigkeit (sthira-sukha), lassen wir jegliche vorherige Bemühung (Prayatna-Shaithilya) los, um in endloser Vertiefung (Ananta-Samapatti) die Auflösung der Konflikte (Dvandva-Anabhighata) zu erfahren.“ – Wow! Was mehr? Asana als Teil des Ganzen und als ganzer Teil! So wie mein Körper „nur“ tragender Teil meiner Person ist, ist doch meine Person ganz in ihm verkörpert.
Der Körper – grob, aber oho
Der Yoga holt uns tatsächlich ab, wo wir sind – im Körper –, und ist somit für jeden zugänglich. Anstatt seine Praxis in schwindelnder Höhe fein atmender und subtil geistiger Muster anzusiedeln, beginnt er seine Praxis auf dem Boden der Tatsachen und gibt uns den nötigen Halt, den wir brauchen. Der Yoga reduziert den Körper weder auf ein zu überwindendes Hindernis noch auf eine gymnastische Notwendigkeit, sondern erhebt ihn zu einer eigenen und werten Praxis. Der Körper – grob, aber oho – bietet eine handfeste, konkret erfahrbare Basis. Aus der kann sich Weiteres und Feineres s