Ein tiefer und voller Atem wird immer wieder empfohlen. Warum die Natur uns jedoch einen fein schwingenden Atem nahelegt und wie yogische und physiologische Aussagen darin übereinstimmen.
Die Erfahrung in Asana, dass ein „guter“ (ein aufrechter, offener und zugleich stabiler) Körper nur wenig atmen muss, ist sowohl Voraussetzung als auch Motivation für die Praxis des Pranayama.
Wie ich bereits im letzten Heft dargelegt habe, unterscheide ich zwischen dem Prozess des respirativen Luftholens und des zellulären Gasaustauschs. Ersteres nenne ich Respiration oder Atembewegung, es wird generell auch als sekundäre oder äußere Atmung bezeichnet. Letzteres nenne ich schlicht Atem, denn dies ist der wesentliche Prozess des Atemvorgangs und wird daher auch primärer oder innerer Atem genannt. Wie schon in vorherigen Artikeln erläutert, gehen diese beiden Prozesse heutzutage nicht mehr unbedingt miteinander einher, denn je mehr ich respiriere (Luft hole), desto weniger effizient ist mein zellulärer Gasaustausch (Atem); und umgekehrt: je besser mein Atem (zellulärer Gasaustausch), desto weniger muss ich respirieren (Luft holen).
Pranayama ist Kontrolle (Yama) der respirativen und Ausdehnung (Ayama) der zellulären Atmung. Wenn die Umstände, sprich: die Respiration, kontrolliert sind (Yama), kann sich das Wesentliche, Zelluläre (oder auch Pranische) ausdehnen (Ayama).
Die Kontrolle (Yama) des Pranayama erreiche ich entweder durch „Aufbau“, d.h. ich a