Ist der Sonnengruß eine vom Körper komponierte Symphonie aus Mantra (Wort), so erzeugt der Mondgruß (Chandra-Namaskara) ein dreidimensionales Yantra (Bild) im Raum. Mit dem Mondgruß widmet sich der Yogastil nivata der imaginären, kreativen, bildlichen Kraft in uns.
Oft merkt man, dass Worte allein nicht ausreichen, um zu beschreiben, was man tatsächlich meint. Denn was bedeutet z.B. das Wort romantisch? Für den einen ist es ein Lagerfeuer in der Natur, für den anderen wiederum der Sonnenaufgang über den Dächern Berlins nach einer durchtanzten Nacht, für den nächsten ein Liebesfilm. Um die eigene, gefühlte Bedeutung eines Wortes auszudrücken, bedarf es einer zweiten Ebene – die der bildlich wahrnehmbaren Beschreibung. Ausdrucksformen wie Musik, Tanz, Malerei etc. geben einen solchen Kontext. Und auch im Yoga finden sich diese Elemente des imaginären Ausdrucks. In sehr greifbarerer Form ist es der Mondgruß – als sinnliches Werkzeug, die Übertragung von Worten in den Raum stattfinden zu lassen.
Nach moderner Gehirnforschung werden unsere beiden Gehirnhälften unterschiedlichen Funktionen und Fähigkeiten zugeordnet, die sich mit den Prinzipien von Ida (passiver Kraft) und Pingala (aktiver Kraft) decken. So steht die linke Gehirnhälfte, die für die rechte Körperseite (also die Seite von Pingala) verantwortlich ist, für logisches und abstraktes Denken, die rechte Gehirnhälfte, die a