Wesen, Wirken und Weisheit des indischen Heiligen Ramana Maharshi.
Eines Tages kam ein angesehener Gelehrter, der viele Zweifel zu Philosophie und Spiritualität in sich trug, zu Ramana Maharshi in den Ashram. Der Akademiker hatte eine lange Liste mit Fragen vorbereitet, die er dem Weisen vorlegen wollte. Als er sich Ramana gegenübersetzte und gerade ansetzen wollte, blickte dieser ihn einfach nur still an. Statt zu sprechen, nahm Ramana den Finger des Wissensdurstigen in die Hand und zeichnete damit eine Null in den Staub auf dem Boden vor sich.
Der Mann verstand die Bedeutung dieser Geste: Unser Geist mit seinen Fragen, Zweifeln und Grübeleien strebt in alle möglichen Richtungen aus, doch letzten Endes muss er zu seinem Ursprung zurückkehren – zum Selbst, der gegenstandslosen Quelle, aus der alles Denken entspringt, symbolisiert durch die Null im Sandboden. Innerlich verwandelt legte der Gelehrte seine Liste zur Seite und verneigte sich vor dem Maharshi. All seine Fragen waren in diesem Moment der Stille verflogen.1
Der verwandelnde Blick des Meisters
Die alchemistische Kraft eines selbstrealisierten Meisters liegt darin, dem Schüler mit wenigen Gesten eine Ahnung seiner inneren Weisheit zu übertragen, ihn die Wirklichkeit schmecken zu lassen. Dabei geht es nicht um die Vermittlung von Verstandeswissen – denn darin sieht der Jnani eine Last, d