Über luzides Träumen und geistbewegende Ritualpflanzen.
Wenn wir an Schamanismus und geistbewegende Ritualpflanzen denken, kommen den meisten sicherlich zunächst Peru, Brasilien, Mexiko oder Sibirien in den Sinn. Doch auch in Südafrika finden wir all das, was wir unter dem (wissenschaftlichen) Terminus „Schamanismus“ zusammenfassen. Sprich: Traditionelle Heilerinnen und Heiler, die mit oder ohne Pflanzenkraft in einem veränderten Bewusstseinszustand Informationen aus der Geistwelt empfangen, die für den Heilungsprozess einer Person oder zur Stabilisierung des gemeinschaftlichen Sozialgefüges von wichtiger Bedeutung sind. Das so genannte luzide Träumen, auch Klarträumen genannt, gehört dabei zu den verbreitetsten Bewusstseinstechniken.
„Diviner“ und „Herbalist“
Südafrikanische Heiler des Zulu- sowie des Xhosa-Stammes werden üblicherweise nicht als Schamanen bezeichnet, sondern als „Diviner“ (dt. Wahrsager) oder als „Herbalist“ (dt. Kräuterkundiger, Naturheilpraktiker). Während der Herbalist (nyanga, ixhwele) auf das Sammeln, Zubereiten und Anwenden von Pflanzen spezialisiert ist, wird der Diviner (sangoma, igqirha), der meist ebenfalls ein Experte in der traditionellen Pflanzenmedizin ist, vorrangig für seine spirituellen Praktiken konsultiert. Der Diviner beherrscht die Bewusstseinstechnik des luziden Träumens, die ihn dazu befähigt, in Kommunikation mit den Ahnengeistern zu treten und das Unglück oder die Erkrankungen der Patienten zu diagnostizieren. Psychoaktive Pflanzen werden sowohl vom Diviner als auch vom Herbalisten verwendet und verordnet, allerdings verfügt der Diviner über spezielle Kenntnisse in B