Begegnung an der Lagune: Wie sich ein herausforderndes Aufeinandertreffen zwischen Yogini und Schamanin zum Tanz zweier Schwestern wandelte.
Die Yogini
Ich bin – was weiß ich, eine Künstlerin, die Yoga macht; eine, die auf Don Juans Pfaden das Nachtlaufen im Dunkel der Berge übt; eine, die schon als Kind Angst vor Männern in Uniform und vor Irrenanstalten hatte; eine Yogini, für die das Leben Kunst ist; eine, die springt, wenn da ein Tor ist, das sie zu einem tieferen Verständnis der Realität führen könnte.
Peru. Am Abend im Dschungelhotel an der Lagune notiere ich:
„Vier Uhr morgens losgeflogen
gerade angekommen
nicht geschlafen
rosa Delfin gesehen
Schamanin kontaktiert
Jetzt in der Dämmerung kommen die Mücken.“
Ein laut krakelender Spanier, groß, Schnurrbart, um die 40, setzt sich mit seinem Freund an den Nachbartisch. Er ist voll zugedröhnt. Immer wieder pöbelt er laut, alle wenden sich ab, und als sein Freund zur Toilette geht, brüllt er hinterher: „Que quieres, cabrón, espérame ...“ Das kann man übersetzen mit: „Was willst du, Arschloch? Warte auf mich!“
„Oh je“, denke ich und gehe schlafen.
Geist der Lagune
Am nächsten Morgen bin ich schon früh auf einem kleinen Boot, der Amazonas, und wir fahren auf der Lagune Yarinacocha zur Schamanin Doña Elisa.
Neben mir taucht ein Delfin auf und schnaubt. Ein grauer Rücken, d