Mythologische Bäume – Symbole göttlicher Kräfte
Dieser Artikel bildet den zweiten Teil der Abhandlung über die heiligen Pflanzen Indiens und widmet sich den mythologischen Bäumen, die in den alten Schriften, Epen und Tempeltraditionen eine herausragende Rolle spielen.
Kalpa-Vrksha – der Baum der Erfüllung
Der Kalpa-Vrksha, auch als der wunscherfüllende Baum des Lebens bekannt, taucht erstmals im Rgveda auf. Er war eines der wertvollen Juwelen, die während des Samudra-Manthana aus dem kosmischen Milch-Ozean hervorgingen. Zunächst wuchs der Kalpa-Vrksha auf der Erde, doch als die Menschen begannen, ihn für böse Wünsche zu missbrauchen, entschied Indra, der König der Götter, den Baum in den himmlischen Bereich (Devaloka) zu verlagern. Dies führte zu einem endlosen Konflikt zwischen den Asuras (Dämonen) und den Devas (Göttern), da die Devas von den Früchten des Baumes lebten, während die Asuras in Armut an seinen Wurzeln vegetierten.
Der Kalpa-Vrksha wird allerdings nicht nur als magischer Baum betrachtet, der Wünsche erfüllt, sondern er wird auch als die Milchstraße interpretiert, der Geburtsort des Sterns Sirius. Eine Legende über den Baum, die im Bhishmaparva des Mahabharata überliefert wird, beschreibt, wie die Siddhas, die im Land Uttarakuru lebten, den Kalpa-Vrksha verehrten. Einige seiner Zweige verschenkten Milchströme, die wie Nektar schmeckten und alle sechs Geschmacksrichtungen beinhalteten. Andere Zweige brachten Kleidung, Schmuck und sogar Menschen von außergewöhnlicher S