Der Ayurveda pflegt – wie auch die tantrischen Wege und die weltzugewandten Yogarichtungen – eine positive Einstellung zur Welt der Sinne. Warum Sinneserfahrungen auf dem spirituellen Weg fruchtbar und dienlich sein können.
Schon früh in der indischen Geschichte entfaltet sich der Yoga als ein Weg nach innen. Meditativ soll der Geist erforscht werden. In der klassischen Definition von Patanjali dient der Yoga zur Beruhigung aller psychischen Prozesse, damit wird auch die Sinnesaktivität ausgeschaltet. Die sinnliche Entdeckung der Welt hat dabei wenig Platz. Schließlich soll das fünfte Glied des Ashtanga-Yoga geübt werden: Pratyahara – das Zurückziehen der Sinne.
Das ist im Sinne der Spiritualität und der Selbsterkenntnis alles schlüssig und folgerichtig. Gemeinsam ist allen Yoga-Traditionen (inkl. Hatha-Yoga), dass es letztlich um die Erfahrung des Selbst (Purusha / Atman) geht, die Entdeckung unserer eigenen innersten Natur, die Erkenntnis der uns innewohnenden Göttlichkeit. Das Selbst (Atman) ist ewig und frei. Wer sein Selbst erlebt, gelangt in einen Zustand unendlichen Glücks und vollkommener Freiheit, der mit Worten nicht zu beschreiben ist.
Dieses Streben nach dem Selbst wurde und wird in Indien über einen weltabgewandten, asketischen Yoga oder aber über einen weltzugewandten, integrativen Yoga umgesetzt. Wie können die Sinne im Hinblick auf Letzteren sinnvoll eingesetzt werden?
Schaut man in Yogabücher, die stärker die traditionelle Perspektive vermitteln, w