Ich habe es wieder einmal getan: Ich habe eine dreiwöchige Panchakarma-Kur auf Sri Lanka gemacht. Wie immer tat es sehr gut, bewusst zu meinem Körper zurückzukehren und mich daran zu erinnern, wie sich Heilung anfühlt. So konnte ich gut geölt und tiefenentspannt wieder nach Hause fliegen.
Ayurveda – die Wissenschaft vom langen Leben
Ich bin immer wieder aufs Neue fasziniert von der Wissenschaft des langen Lebens, was Ayurveda übersetzt bedeutet. Der großartige Ayurveda-Arzt Vasant Lad beschreibt sie in seinem Buch Selbstheilung mit Ayurveda noch etwas ausführlicher. Er sagt: „Ayurveda ist die Kunst des täglichen Lebens in Harmonie mit den Gesetzen der Natur. Ziel dieses alten ursprünglichen Wissens ist, die Gesundheit zu erhalten und Krankheiten zu heilen.“
Die Kunst, in Harmonie mit den Gesetzen der Natur zur leben, ist für die meisten Menschen zu einer Art scheinbar unerreichbarer Meisterkür geworden. Wird der Alltag vieler Menschen mittlerweile doch sehr stark von den digitalen Medien und einer Überflutung von Informationen aus dem Internet regiert. Wie ungesund diese Überflutung ist, wird den meisten Menschen erst bewusst, wenn sie sich diesem Overload bewusst entziehen, wie zum Beispiel durch eine zwei- oder dreiwöchige Ayurvedakur.
Auch wenn wir als Gäste in der Ayurvedakur aus verschiedenen Berufsgruppen und sozialen Kontexten kommen, so wird uns doch allen sehr schnell durch die Ruhe in der Kur bewusst: Der Alltag der meisten Menschen ist aus den Fugen geraten. Er ist zu stressig, zu schnell, zu informativ, zu toxisch, zu ungesund.
Mehr Harmonie, bitte.
Das klingt nicht gut. In seinem Buch Vom Mythos des Normalen beschreibt auch der Traumatherapeut Dr. Garbor Maté, dass es nicht mehr normal ist in Harmonie mit den Gesetzen der Natur zu leben, sondern dass Antidepressiva, Alkohol, Fast Food und in Folge Burnout und Suchterkrankungen das Leben vieler Menschen bestimmen. Eine Ayurvedakur bietet sich an, um aus diesem ungesunden Fahrwasser herauszukommen.
Wer bin ich?
Die aktuelle Zeit stellt für viele Menschen eine große Herausforderung dar. Viele Strategien, den Alltag zu bewältigen, scheinen nicht mehr zu funktionieren. Die Frage „Wer bin ich?“ und „Was ist meine wirkliche Aufgabe?“ bringt viele Menschen dazu, sich eine Auszeit zu gönnen. Auch hier ist eine Ayurvedakur eine wunderbare Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen, um sich diese Fragen zu stellen.
Eine Ayurvedakur kann auch hier unterstützend wirken, weil sie uns dabei hilft, wieder mit unserer eigenen Natur ins Gleichgewicht zu kommen. Die Doshas spielen hierbei eine große Rolle. Wir brauchen ausbalancierte Doshas, um in unserer Mitte zu bleiben und um aus ihr heraus ein gutes Leben im Sinne des Ayurveda und des Yoga zu leben.
Die meisten Menschen befinden sich nicht in ihrer Balance. Ihr Vata oder Pitta ist zu hoch, gestört oder aus der Balance gekommen. Woran kann man das erkennen? Der Ayurveda-Arzt sieht mithilfe des Pulstests oder der Augen- und Zungendiagnose, wie es um seine Patienten bestellt ist.
Dosha-Dysbalancen
Die folgende Übersicht vermittelt dir einen Überblick über Doshas und Dysbalancen:
|
Vata-Typ
|
Trocken, leicht, kalt, beweglich, rau, schnell, subtil |
|
Vata im Gleichgewicht
|
Kreativ, flexibel, eloquent, innovativ, kreativer Chaot, lebendig, wach; ideales Reiseland ist warm und feucht, Abneigung gegen kaltes Wetter; Appetit und Verdauung sind wechselhaft |
| Vata im Ungleichgewicht |
Fängt viel an, wenig Ausdauer; lässt sich leicht ablenken, unkonzentriert, leicht zerstreut; ruhelos, unruhiger Schlaf; kalte Hände und Füße; nervös, furchtsam, viele Ängste; verausgabt sich schnell |
|
Typische Krankheitssymptome
|
Verdauungsstörungen, Kopfschmerz, Tinnitus |
|
Pitta-Typ
|
Heiß, scharf, leicht, flüssig, leicht ölig, beweglich
|
|
Pitta im Gleichgewicht
|
Mittlere Statur; sehr intelligent, scharfsinnig, ehrgeizig; guter Redner; sucht neue Herausforderungen, übernimmt gerne Führungsaufgaben; Organisationstalent; hohes Energieniveau; lebhafter Appetit |
| Pitta im Ungleichgewicht |
Neigung zu Haarausfall und vorzeitigem Ergrauen; Neigung zu Gereiztheit, Zorn, Eifersucht; Abneigung gegen Hitze; Tendenz, sich zu überfordern |
|
Typische Krankheitssymptome
|
Entzündungen vor allem der Augen, Magengeschwüre, Sodbrennen, Hitzeschübe
|
|
Kapha-Typ
|
Schwerz, kühl, weich, zähflüssig, langsam, fest, glatt, ölig
|
| Kapha im Gleichgewicht |
Stabiler, schwerer Körperbau; methodisch, geduldig, ausdauernd; tüftelt gerne, plant, organisiert; ausgeglichene Persönlichkeit, „Fels in der Brandung“; Routine wird als angenehm empfunden; mäßiger Hunger, Genießer; tiefer und langer Schlaf; Wärme ist wohltuend |
| Kapha im Ungleichgewicht |
Langsame Verdauung; Neigung zu Übergewicht; Tendenz zu Gier und Neid; langsam, lethargisch |
|
Typische Krankheitssymptome
|
Verschleimung, Fettleibigkeit |
(Diese Tabelle ist der Broschüre des Ayurveda Beach Resort entnommen)
Eine innere und äußere Balance herstellen
Viele Menschen machen eine Ayurvedakur für zwei Wochen, um sich wieder in die Balance bringen zu lassen. Eigentlich täten ihnen drei, besser sogar vier, Wochen gut. Aber die Verpflichtungen zu Hause ermöglichen es den meisten Menschen nicht, so lange zu verreisen.
So reisen viele der Gäste in der Regel nach vierzehn Tagen mit guten Vorsätzen im Gepäck wieder nach Hause. Es ist immer schön zu sehen, wie gut den Menschen so eine Ayurvedakur tut: Der Yoga am Morgen hat die Gäste mit ihrem eigenen Körper wieder in Kontakt gebracht. Man hat gespürt, wie man mit jedem Tag beweglicher, geschmeidiger und dehnbarer wird – das hat selbst die unsportlichsten Gäste motiviert, sich auch nach der Heimkehr wieder mehr auf die eigene Yogamatte zu begeben, um die Beweglichkeit beizubehalten.
Die regelmäßigen, köstlichen Mahlzeiten auf den Grundlagen des Ayurveda zubereitet haben alle gleichermaßen genossen und geschätzt. Am Ende einer Ayuverdakur nehmen die Gäste auch Wissen und Empfehlungen mit, wie sie die ausbalancierten Doshas so lange wie möglich aufrechterhalten können.
So entstehen Dosha-Ungleichgewichte:
Ein Vata-Ungleichgewicht entsteht durch:
-
Geistige und körperliche Überanstrengung
-
Unregelmäßiger Tagesrhythmus
-
Zu spät ins Bett gehen
-
Reisen
-
Trockenes, kaltes, windiges oder wechselhaftes Wetter
-
Zu viel rohe und trockene Nahrung
Ein Pitta-Ungleichgewicht entsteht durch:
-
Zu viel geistige Aktivitäten (Sprechen und Denken)
-
Zeitdruck
-
Ärger
-
Alkohol und Nikotin
-
Hitze
-
Heiße, scharfe, saure und salzige Nahrungsmittel
Ein Kapha-Ungleichgewicht entsteht durch:
-
Zu wenig Bewegung
-
Zu viel Ruhe und Schlaf
-
Feuchtes und kaltes Wetter
-
Zu schweres Essen (besonders fett, kalt und süß)
Die Kunst, einen gesunden Mittelweg zu finden
Auch wenn wir noch so motiviert sind, all die guten Empfehlungen des Ayurvedaarztes in den Alltag zu integrieren, so gelingt es doch nur selten, seinen Alltag von heute auf morgen umzustellen. Meine persönliche Empfehlung lautet deshalb: Nimm dir einen Aspekt aus der Liste, der dein persönliches Doshas in die Dysbalance bringt, und versuche, dies zu ändern. Damit erreichst du schon mehr als genug! Der Rest wird sich dann von allein ergeben.
Wenn du zum Beispiel Alkohol und Nikotin aus deinem Körper lässt, wirst du auch automatisch im Geist klarer. Dann wird es dir leichter fallen, Sport zu treiben oder Yoga zu machen. Und wenn du regelmäßig Yoga praktizierst, wirst du dich auch in deinem Körper wieder wohler fühlen und nicht mehr das Bedürfnis haben, zu rauchen.
Das Zauberwort, um diese Transformation einzuleiten lautet: Anfangen! Und das am besten noch heute!
Dann wirst du auch die wunderbare Wirkung der Ayurvedakur lange genießen können!
Weitere Informationen: www.austrianbeach.com