Unserer wahren Natur ins Auge sehen oder die Kunst, im Einklang mit der eigenen Konstitution zu leben
In der Schöpfung ist jedes Wesen einzigartig. Und so wie jedes Tier, jede Pflanze und jedes Mineral über seine ganz besonderen Eigenschaften verfügt, so ist auch jeder Mensch ein einzigartiges Wesen, das kein Gleiches auf dieser Welt findet. Erkennen wir unsere wahre Natur (prakrti), so haben wir aus ayurvedischer Sicht bereits ein hohes Maß an Selbsterfüllung erlangt. Denn eines der elementaren Ziele des Lebens und Heilens ist es, im Einklang mit der eigenen Konstitution zu sein. Hierin liegt der Schlüssel für ein langes, gesundes und erfülltes Leben. Dies ist allerdings schwieriger, als es sich im ersten Moment anhört. Nicht nur, dass wir uns durch einen Dschungel von (teils etwas zweifelhaften) Fragebögen über die körperlichen und mentalen Eigenschaften unserer Vata-, Pitta- und Kapha-Anteile hindurcharbeiten müssen, die jede Menge Peinlichkeiten von uns aufdecken: Von der Verdauung über das Sexualverhalten bis zur Kindheitserinnerung, alles wird abgefragt und analysiert. Auch in der Unterscheidung zwischen unserer ursprünglichen
Grundkonstitution (prakrti) und dem derzeitigen, oft in Disharmonie geratenen Ausdruck unserer Dosha-Zusammensetzung (vikrti) liegen viele Fallstricke und Missverständnisse zwischen unserem wahren und unserem gemachten Selbst.
Wer sich mit der ayurvedischen Konstitutionslehre auseinandersetzt, trainiert e