Wie Medikamente auf Gehirn und Gesundheit einwirken – und warum Meditation eine empfehlenswerte Alternative ist
Der Wunsch, sich „zu verbessern“ und die eigene Leistungsfähigkeit zu steigern, ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst. Welche Aspekte seiner selbst ein Mensch verbessern möchte und welche Wege er dazu wählt, hängt im Wesentlichen von seinen Lebensbedingungen und seinem Umfeld ab.
Langstreckenläufe und Sitzmarathon
Für die Inkas zum Beispiel war die Fähigkeit zum ausdauernden Laufen besonders wichtig. Einer Legende nach sollen sie die 1750 km lange Strecke von ihrer Hauptstadt Cuzco nach Quito in Ecuador in fünf Tagen bewältigt haben. Auch wenn man davon ausgehen kann, dass dies keine historische Wahrheit ist, sagt die Legende viel über die Lebensgewohnheiten der Inkas aus. Sie liefen viel, sie liefen schnell, und sie liefen unterstützt durch die Wirkung von Coca-Blättern, die ihre Höchstleistungen erst ermöglichten.
Unsere heutige Gesellschaft benötigt hingegen keine bewegungshungrigen Langstreckenläufer, sondern eher Menschen, die lange stillsitzen und konzentriert auf einen Computerbildschirm starren können. Wer diese Fähigkeit nicht im gesellschaftlich erforderlichen Maße mitbringt, erhält unter Umständen die Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). In etwa einem Drittel der Fälle wird der so etikettierte Patient, sei er nun fünf oder 35 Jahre alt, mit Ritalin versorgt. Dessen Wirkstoff Methylphenidat reguliert die Freisetzung des Hormons und Neurotransmitters Dopamin im Gehirn. Die Folge: erhöhte Aufmerksamkeit.