125 Jahre nach Vivekananda ist Swami Sarvapriyananda heute einer der gefragtesten Redner zum Advaita-Vedanta
Es schüttet aus Eimern an diesem Vormittag im Mai. Die Grachten liegen in einem fahlgrauen Farbton da, ein kalter Wind weht über das Wasser. Ein paar Fahrräder schießen, dem Schauer trotzend, vorbei. Vor einer Amsterdamer Kirche hat sich eine Schlange gebildet, die Gesichter der Wartenden unter Regenschirmen verborgen.
Dutzende sind gekommen, um in einer ehemaligen reformierten Kirche, die nun als Event-Halle fungiert, einem indischen Mönch zuzuhören.
Als alle Platz genommen haben, tritt der Swami auf die Bühne. Der Redner, der auf Einladung des niederländischen Verlags Samsara Books angereist ist, trägt ein hellorangenes Gewand über einem ockerfarbenen Pullover. Leichten Schrittes nimmt er auf seinem Stuhl unter der goldverzierten Orgel Platz. Mehr als sechzig Jahre, nachdem in diesem Gemäuer der letzte Gottesdienst stattfand, wird Swami Sarvapriyananda nun wieder über Gott sprechen – allerdings nicht über Gott als ein himmlisches Wesen im Außen, sondern als das reine Bewusstsein, das wir alle sind.
Leiter der Vedanta Society und bei YouTube ein Magnet für Hunderttausende
Swami Sarvapriyananda ist heute einer der erfolgreichsten Referenten zum Thema Advaita-Vedanta, dem alten, non-dualen Lehrsystem Indiens. Bei YouTube sind seine Vorträge über Bewusstsein, das Wesen des Selbst und über die Praxis des Vedanta Ã