Pitru Paksha: Die Verbindung mit den Ahnen als heilsame Praxis
Ahnenheilung ist ein Thema, das auch im Westen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Epigenetik findet heute Worte für das, was in vielen spirituellen Traditionen seit Jahrtausenden lebendig ist: dass Erfahrungen, Traumata und Prägungen nicht mit einem einzelnen Leben enden, sondern sich wie feine Fäden durch Generationen hindurchziehen. Auch Trauma-Experten wie Thomas Hübl, Mark Wolynn oder Sabine Lück widmen sich verstärkt den Spuren, die unsere Ahnen in uns hinterlassen haben. Oft tragen wir Muster in uns, die nicht allein aus unserem eigenen Leben stammen, und doch in uns weiterwirken, bis sie erkannt und geheilt werden.
Auch in Indien ist die Verbundenheit mit den Ahnen seit Jahrtausenden lebendig. Dort begegnete ich dem Fest Pitru Paksha1, einer stillen und zugleich kraftvollen Phase im Jahreskreis, die den Herbst-Navaratri, den neun Nächten der göttlichen Mutter, vorausgeht.
Bewusste Verbindung mit den Vorfahren
Pitru Paksha, auch als Shraddha bezeichnet, ist eine sechzehntägige Phase im hinduistischen Mondkalender, die meist in die Monate September oder Oktober fällt und den Ahnen, den verstorbenen Mitgliedern unserer Familie, gewidmet ist. In dieser Zeit rückt die bewusste Verbindung zu unseren Vorfahren in den Mittelpunkt. Es geht darum, Dankbarkeit auszudrücken, die so genannten „Ahnen-Schulden" symbolisch zu begleichen und die Verstorbenen a