Erdgeschichtliche und kulturhistorische Betrachtungen.
Bäume sind Heiligtümer. Wer mit ihnen zu sprechen, wer ihnen zuzuhören weiß, der erfährt die Wahrheit. Sie predigen nicht Lehren und Rezepte. Sie predigen, um das Einzelne unbekümmert, das Urgesetz des Lebens.
Hermann Hesse
Dies könnte auch die Erkenntnis jener Yogis und Yoginis gewesen sein, die einst in die Wälder zogen, um sich dort ihrer Praxis zu widmen.
Bestimmt war es nicht immer Rückzug vom (weltlichen) Leben, sondern oft auch ein tiefes Wissen um eben jene Urgesetze des Lebens und um die Einheit allen Seins, was sie in den heiligen Wald (Tapovana) führte.1 So wie der Baum im ausgeprägten Einmaligen das Ewige gestaltet und zeigt (wie Hesse weiterhin von den Bäumen vernimmt), lehrt uns auch der Yogaweg, das Ewige – den einen Atem oder Atman – in allem, was ist, zu erkennen. Und noch etwas wussten die dem Wald zugehörigen Yogis, die Aranya-Yogis, bestimmt: Dass unser Leben in diesem Körper aufs Engste mit den Bäumen verbunden ist.
Als sich Purusha im Anbeginn der Schöpfung mit Prakrti vereinte, womit der dharmische Kreislauf des Werdens und Vergehens begann, waren es schließlich die grünen Pflanzen, die Bäume, die uns – Ur-Müttern gleich – den Weg ins Sein ebneten. Bereits der Rgveda beschreibt, dass die Pflanzen „drei Alter vor den Göttern selbst“ in der U